Sehnsuchtsort Lietzensee

Der Lietzensee wird im Berliner Dialekt, der sogenannten Schnauze, aufgrund seiner besonderen Form auch die “Lunge Berlins” genannt. Wie eine Hauptschlagader zieht sich die Neue Kantstraße zwischen den beiden Lungenflügeln hindurch, welche die Form von Nierentischchen haben und nur durch einen kleinen Tunnel miteinander verbunden sind.
Vom S-Bahnhof Messe Nord/ICC kommend, habe ich die Qual der Wahl: Mit welchem der beiden Teile des Sees soll ich beginnen? Dem nördlichen, etwas größeren, im Volksmund auch “Lake Superior” genannt?
Aus einem Bauchgefühl heraus wende ich mich abrupt nach rechts, dem etwas unbekannteren Teil des Sees zu. Ein abschüssiger Weg führt mich ans Ufer.

Sofort werde ich des Reihers gewahr, der am Wasser thront: Sinnbild für Ruhe und Entschleunigung.
Respektvoll trete ich einige Schritte zurück und schieße erst mal ein paar Fotos. Dann setze ich mich auf eine Bank und betrachte die ganze Situation nochmal ganz ohne Linse, unmittelbar, im Hier und Jetzt.
Der Meditationsbuchautor Ulrich Schaffer fällt mir ein.
Und dann geht plötzlich alles ganz schnell. Über die Assoziationskette Reiher – Fisch – Fischer – Menschenfischer rutsche ich gleichsam eine Böschung aus glitschigem Moos hinunter: die Rutsche der Erinnerung, die mich direkt zum eigentlichen Anlass meiner Reise führt.

Wir schreiben das Jahr 1989. Kirchentag. Unsere Zeit in Gottes Händen.
Die Veranstaltungen im Internationalen Kongresszentrum sind eng gestrickt wie ein Friedensnetz. Trotzdem finde ich hin und wieder Zeit für einen Sprung nach “drüben”, zum Lietzensee. Lasse das kultige Gebäude der Architektin Ursulina Schüler-Witte, den Markt der Möglichkeiten und die Autobahn hinter mir und tauche hinab in den tiefen Canyon des eiszeitlichen Urstromtals, in dem sich der Lietzensee befindet – bis der Lärm der Autos endlich vollkommen vom vielstimmigen Vogelgezwitscher verschluckt wird.

In einem kleinen evangelischen Café, das von ehrenamtlichen älteren Damen betrieben wird, lasse ich das urbane Panorama des Lietzensees auf mich einwirken.
Das grüne Ufer.
Mein erstes Hochhaus.
Das Hotel “Seehof”.
Trauerweiden.
“Det ist also Berlin”, denke ich bei mir. “Schön!”
Während ich meinen Tee trinke, mache ich Kreuzchen bei Kirchentagsveranstaltungen, die ich eventuell besuchen könnte. Ein Vortrag über Quantenphysik und dass man deswegen nichts wissen kann, nur ahnen – solche Sachen. So ähnlich muss studieren sein! Ich freue mich schon drauf.

Das evangelisch-pastellfarbene Ambiente des Cafés und das wohlwollend-bürgerliche des Lietzensees bilden in meiner Erinnerung eine freundliche Einheit. Dieses Bürgerliche, von dem ich damals wohl schon ahnte, dass ich es niemals im Leben durch eigene Kraft erreichen kann. Aber vielleicht durch Heirat …?

***

Lautes Gequake reißt mich aus meinen Erinnerungen: ein Kormoran, Problemvogel des Jahres 2011. Von der geteilten Stadt holt er mich zurück an den geteilten See.
Gegenwart.

Mangels Boot beschließe ich, den weiteren Weg zu Fuß zurückzulegen. In Gedanken bleibe ich dabei eng mit dem Thema verwachsen. Wie ein wunder Punkt tauchen in meinem Inneren Flashbacks der East Side Gallery auf, die damals noch die ganze Stadt zerschnitt wie eine große, unüberwindbar scheinende Mauer. Unerbittlich standen sich dort die Siegermächte gegenüber wie in einem kalten Krieg. Unwahrscheinlich, dass sich daran jemals etwas ändern würde.
Mit solchen Gedanken versuche ich, vor mir selbst zu rechtfertigen, dass ich damals nicht dort gewesen bin – die Erinnerungen an die Mauer sind nur Fake. Reue darüber knirscht mein Herz entzwei. Unterstrichen wird das Ganze durch das Geräusch der kleinen Kieselsteine, die sanft unter meinen Füßen knirschen (inzwischen laufe ich barfuß).

Ausgelöst durch eine Gruppe von Hertha-Fans, die mir entgegenkommen, schwappt plötzlich noch etwas anderes aus den Tiefen meines Unterbewusstseins: die Erinnerung an Tausende von U2-Fans, die 1989 den Kirchentag bevölkerten. “Wir sind Christen und Rockfans!”, schienen ihre T-Shirts unisono auszudrücken. Dass U2 eigentlich eine katholische Band ist, sahen sie evangelisch-locker – in meiner Erinnerung illustriert durch eine Art Trinitätszeichen mit einem zwinkernden Auge.

Über die Neue Kantstraße erreiche ich schließlich den “Nordsee”. Hier flacht das Ufer allmählich ab, gemeinsam mit der Intensität meiner Erinnerungen.
Am “Bootshaus Stella” betrachte ich das Glitzern des Sonnenlichts auf dem See, die Vielfalt der erholungsuchenden Menschen – die typische Berliner Mischung eben (hier auf recht hohem Niveau).
Eine ältere Dame erzählt von einem Konzert, das sie mit ihrer Enkeltochter besucht hat, Camille Saint-Säens‘ “Karneval der Tiere”. Zum ersten Mal höre ich den Namen des französischen Komponisten korrekt ausgesprochen, versuche, ihn mir durch innerliche Wiederholung einzuprägen.
Studentinnen räkeln sich paukend am Ufer.
Eine Frau führt einen Mops spazieren.
Jogger joggen vorbei.
Ein Stückchen weiter, auf der Wiese, lehnen zwei Halbstarke in Jeans und T-Shirts lässig gegen einen Baum.
“Schreib ihm einen Brief”, rät der erste dem zweiten.
“‘Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt. Mein Bruder ist sehr enttäuscht von Ihnen.'”

Schließlich heißt es Abschied nehmen vom Lietzensee und seinem komplexen Panorama, dem Zusammenprall von Natur und Mensch, wie er sich mir als Urbild Berlins ins noch formbare Hirn meiner Jugend eingebrannt hat.
Über einen verborgenen Pfad komme ich hoch zur Riehlstraße, vorbei an der Hebammenpraxis Pups und Rotz und einem Laden für Insulinspritzen. An eine Hauswand gelehnt steht eine durchsichtige Ikea-Kiste mit Damenblazern, das Stück ab 10 Euro.

Bevor ich in die Straße zur S-Bahn einbiege, halte ich ein letztes Mal Ausschau nach dem Teestübchen aus meiner Erinnerung, kann es aber nirgends entdecken. Spätere Internetrecherche deutet auf das Folk Café im evangelischen Gemeindehaus hin, das oberhalb des Parks an der Straße liegt. In meiner Vision lag es zwar näher am Wasser, mit Flügeltüren, die sich mondän zum Ufer hin öffneten … aber wer weiß?

Die Erinnerung ist ein scharfes Schwert, das nackt auf einem beschlagenen Spiegel tanzt; ein Kreisel, der an einem Möbiusband befestigt ist, das sich einsam um ein Vexierbild schlingt.

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Blick aufs ICC von der Berliner Circle Line.

 

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Reiher.

 

IMG_8758Hotel Seehof.

 

IMG_8786Mops.

 

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Rätselbild für “Geolino”.

Dieser Text ist Teil der neuen Reihe “Ursulinskaja verlässt das Haus”. Weitere Teile sollen folgen.

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Faszination Faszienrolle

Woher kommen eigentlich Rückenschmerzen? Dafür gibt es eine einfache wissenschaftliche Erklärung: Der Rücken ist evolutionsbiologisch erst recht spät entstanden. Bis heute kann unser Körper deswegen eher wenig mit ihm anfangen (“Das Kreuz mit dem Kreuz”, STERN 15/1987). Die meiste Zeit über nimmt er ihn so hin, aber beim Sitzen beispielsweise fühlt er sich doch jedes Mal ziemlich von ihm gestört. Während der Rest des Körpers, zum Beispiel Herz und Hirn, völlig auf den Computerbildschirm fokussiert sind, möchte der Rücken sich lieber frei bewegen, möchte schwimmen (Rücken!), möchte ungestüm und wild sein wie ein Vogel, möchte wütend und plump im Kreis herumwirbeln wie ein Bibabutzemann, möchte nachhaltig berührt und gestreichelt werden.
Ob eine Faszienrolle ihm all dies ersetzen kann? Das weiß man natürlich nicht. Man kann es aber immerhin mal probieren.
Zeit für einen Selbstversuch!

Ich wähle den Härtegrad H (für “hart”). Dazu höre ich Wenn es nicht hart ist, ist es nicht das Projekt von Rödelheim Hartreim Projekt. Dabei mache ich, wie vorgeschrieben, jede der 20 Übungen, die auf der Packung abgebildet sind, für jeweils 5 Minuten.

*

Was wohl aus Schwester S geworden ist? Das letzte Mal habe ich sie vor gut eineinhalb Jahren bei Ursulinskajas Geburtstagsparty gesehen.
Die Party letztes Jahr ist ja leider aus finanziellen Gründen ausgefallen. Ob es Ursulinskaja zum 3-jährigen Bestehen überhaupt noch geben wird?

All diese Dinge schwirren mir durch den Kopf, während mein Muskelgewebe die Rolle wie von Geisterhand hin- und herbewegt. Dabei bohrt sich das Styropor trotz seiner glatten Oberfläche erstaunlich tief ins Rückenmark.
Angespannt vor Schmerz lausche ich auf den Sound, den das “schwarze Gold” verursacht, wenn es mit meinen verklebten Faszien in Berührung kommt: kleine Knallgeräusche wie von Knallerbsen oder krachenden Knochen.
(Das klingt brutaler, als es ist. Mit Sicherheit ist es jedenfalls auch nicht brutaler als das Sport-Abi vor 30 Jahren, als man den Schülern noch was zugemutet hat und sie noch nicht für jeden Quatsch schulfrei bekommen haben.)

Etwa 90 Minuten später scheint mir die Zeit für ein erstes Fa(s)zit gekommen:
Ein angenehmes Kribbeln überzieht meinen Körper bis ins Mark mit einer Art innerer Gänsehaut. Ich fühle mich lockererer als je zuvor, bin offener und selbstbewusster geworden. Als ich merke, dass es den Titel “Faszination Faszienrolle” schon gibt, raste ich nicht gleich aus, sondern nehme eine akzeptierende Haltung ein. Resilienz hat ganz und gar von meinem Körper Besitz ergriffen. Die Rückenschmerzen sind verschwunden. Tiefe Dankbarkeit erfüllt mich wie ein Gefäß.

*

Punkt 19 Uhr kommt mein Mann aus dem Büro.
“Na, Schatz, wie war dein Tag?”, fragt er einfühlsam.
“Du warst beim Friseur, oder? Sieht toll aus!”
Ich schmunzle. Beim Friseur war ich schon seit gut zwei Wochen nicht mehr!
“Komm, ich zeige dir was!”, sage ich verschmitzt.
Als er das schwarze “Wellnessholz” sieht, runzelt er skeptisch die Stirn.
“Das war sicher ziemlich teuer. Hätte es eine Packung Reiswaffeln (zum Beispiel von dmBio) nicht auch getan?”
“Ach, das ist ja wohl wieder mal typisch Mann!”, sage ich lachend, selbst ganz überrascht über meinen neuen Humor.
Versöhnlich stimmt er in mein Gelächter ein.
“Du hast recht, Schatz. Komm, lass uns zu Abend essen!”

 

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Sarah Kay und die Patchworkdecke des Bösen

Heute Nacht hatte ich mal wieder eine Geschäftsidee: aus alten VHS-Kassetten “neue” DVD-Regale zimmern. Das sogenannte Upcycling – aus alten Dingen neue, schicke Sachen machen und sie danach urstteuer weiterverkaufen – ist ja ein neuer Trend aus Amerika.
Da ich handwerklich nicht besonders geschickt bin, sourcte ich die eigentliche Arbeit sogleich aus an einen soliden Handwerksbetrieb. Das war nicht ganz billig, aber: Was sollte schon schiefgehen? Selbst wenn DVDs irgendwann aus der Mode kommen oder durch eine neue Technik ersetzt werden sollten – im Moment schwer vorstellbar, aber wer weiß –, hatte ich vorgesorgt: In dem Fall konnten aus den DVDs wiederum neue Regalbretter gedrechselt werden, die irgendwie seitlich in den Raum hineinragten und dem Ganzen dadurch eine mehrdimensionale Anmutung verliehen.*
Der Tischlermeister war ein grobschlächtiger Frührentner und ganz heiß darauf, an einer bahnbrechenden Erfindung mitzuwirken und damit gleichzeitig seine Rente etwas aufzubessern. Dass davon der Löwenanteil wieder an Vater Staat zurückfließen würde, interessierte ihn anscheinend überhaupt nicht. Wer die sogenannte Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat und bereits eine volle Rente bezieht, muss nämlich die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro im Jahr beachten. War ihm aber scheints völlig egal. Besonders schnell war er auch nicht.
Hinter seinem Sperrholzschreibtisch hingen mehrere Sarah-Kay-Poster, die seine Tochter vor etwa vierzig Jahren dort aufgehängt und sogleich wieder vergessen hatte. (Sie lebt inzwischen in Neuseeland und hat den Kontakt zu ihrem Vater völlig abgebrochen.)
Auf einem Poster lag ein Kind im Heu, die Beine in bunt benähten Jeans und klumpigen Vintageschuhen, die es fröhlich übereinanderschlug. Zwei andere Kinder mit Schlaghosen, die mit Stoffapplikationen versehen waren, und riesigen Strohhüten umarmten sich vor einem quiltartigen Überwurf, der von einem verschnörkelten Bett herabhing. Dahinter baumelten hundertfach gebauschte Vorhänge bis auf den Boden hinab. Die beiden Mädchen auf dem dritten Poster dachten Herzen und betrachteten andächtig ein an einer Tür hängendes Salzteigklingelschild. Danach badeten sie einen Hund und kuschelten mit einem Häschen.
Die Vergangenheit holte mich beim Betrachten der Poster ein wie ein Schlag in die Magengrube: Kindheit. Die Werke der australischen Freelance-Illustratorin Vivien Kubbos zogen mich dermaßen in ihren Bann, dass ich leider nicht so verhandlungsstark auftrat wie gewöhnlich und Herrn Eder am Ende mit 80 Prozent am Gewinn der DVD-Regale beteiligte. Aus Frustration darüber wachte ich schließlich auf.

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Wenn ihr das Ende ähnlich unbefriedigend findet wie ich, schreibt bitte eine Mail an Ursulinskaja, oder kommentiert in den zugehörigen Kommentarfeldern. (Aber bitte kein “Hate”, davon gibt es eh genug auf dieser Welt … 😥)

Love & Peace,

Eure Ursulinskaja

* Dasselbe galt natürlich auch für sämtliche Nachfolgermedien. Damit handelt es sich um mitwachsendes Design im besten Sinne – synonym für Innovation und Nachhaltigkeit.

 

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Hamburg

Aus Ursulinskajas geheimen Aufzeichnungen, 1998-2003.

In meinem blöden Umfeld
Hört man die öden Blumfeld.

Vorher war ein Wahnsinnssonnenuntergang und hat ins Karoviertel reingestrahlt wie nix Gutes. Es sah toll aus. Oder so toll, wie etwas in Hamburg eben aussehen kann.

Meine WG hier ist eine Insel, im Nebel da draußen der rauchende Schornstein der Holstenbrauerei, wie der Schlot eines träge vorbeischippernden Schiffs (tatsächlich so träge, dass es immer an derselben Stelle bleibt). Genauso träge wie ich wohl. Wir stehen uns da in nichts nach, die Holstenbrauerei und ich, in Sachen Beharren auf einem Fleck.

Es ist die Architektur, die Landschaft, das beschissene Wasser am Boden und in der Luft, und dass ich hier halt wirklich keine Lust habe, Ausflüge in die Umgebung zu machen. Ehrenamtliche Rentnerinnen mit Trachtenhäubchen und wetterfester Kleidung stehen da überall rum, sichtbar bis zum Horizont, und sagen “Tüddelkram” und solche Sachen. Die kenn ich doch schon aus dem Radio!

Die Wolken reißen auf und machen Platz für einen mintgrünen Himmel. Hamburg, du hässliche Stadt, sogar dein Himmel ist hässlich. Sogar dann, wenn er schön ist.

Heute hat mich auf der Straße eine Frau angesprochen. Sie fragte mich, ob sie lieber mit dem Bus fahren soll oder zu Fuß gehen. Ich fragte sie, wohin sie denn gehen wolle. Da blieb sie wie angewurzelt auf der Kreuzung stehen und sagte:
„EPPENDORF! Haben Sie eben EPPENDORF gesagt?“
Dabei sah sie mich mit den erschrockensten Augen an, in die je ein Menschenauge geblickt hat.
Es kam erst wieder Bewegung in sie, als ich vorsichtig fragte: „Wollen Sie denn nach Eppendorf?“
Nach längerem Nachdenken sagte sie: „Nach Eimsbüttel, oder so …“ – nicht mehr ganz so starr, unsicher geworden. Ich zeigte ihr, wo die Busse fahren.
„Meinen Sie, ich schaffe das noch?“, fragte sie ängstlich.
Ich hab gesagt, das schafft sie bestimmt noch. Dabei hab ich gelacht und versucht, leichthin und locker zu klingen. Da hat sie auch gelacht und sich geschüttelt, so, wie man einen Alptraum abschüttelt. Sie hat sich bedankt und ist weggegangen – leicht abgeknickt, wie ein Mensch, der grade eben erst wieder in seinen Körper zurückgefunden hat.

twintowerAus der Serie “Nach dem 11. September: Nichts ist mehr, wie es war”. Ursulinskaja, 2001.

Prototyp eines Hamburger Gesprächs:
“Der macht so ganz okaye Sachen …“
„Hm, okaye Sachen find ich ja immer nicht so gut.“
„Ja, das natürlich schon berücksichtigt. Er macht natürlich Sachen, die nicht okay sind und deswegen halt dann schon wieder ganz okay sind.“
„Hm, okay auf der Metaebene … find ich ja fast noch bissle doofer.“
„Ja, klar …“

„Lass es raus, den Schmerz und deine Sorgen“ – also, das muss mir jetzt mal wirklich keiner sagen.

Der Himmel bricht auf, ein Stück Paradies wird sichtbar. Etwas Ungewöhnliches, Herzergreifendes, Fremdes und zugleich Tiefvertrautes passiert. Etwas, das ich nicht erlebt habe, seit ich hier wohne. Etwas, das mich mit früheren Leben verbindet, aber auch mit fröhlicheren Zeiten hinieden.

Heute: nur ich und Jochen Distelmeyer beim Falafelimbiss in der Schanze. Und er hat mich angestrahlt!!!
Das ändert natürlich alles.
Dabei wirkte er allerdings merkwürdig entrückt. So, als würde er gerade an einen guten Witz über Max Horkheimer denken, oder an Heckenrosen …
Warum haben sie sich nach ihrem Stilwechsel eigentlich nicht in “Blumenwiese” umbenannt?

In Fulda gibt’s so süße Leut’. Unschuldige, echte Tocotronic-Fans – keine, die sie gekonnt ignorieren, wenn sie neben ihnen an der Bar stehen. Blonde, verstrubbelte Jungs mit schwarz lackierten Daumennägeln. Und ich tu mir das an und wohn in Hamburg. Warum?

Und so ist es hier auch immer:
Einer aus dem Fotokurs, der überhaupt nicht langweilig ist, behauptet von sich selber, er sei langweilig. Die anderen starren ihn an und befragen ihn stundenlang, wie es sich denn so anfühlt, wenn man langweilig ist, und ob er denn eine Freundin hätte und so weiter?
Sie glotzen ihn an wie ein Mondkalb und pendeln schließlich wieder zurück in ihren altangestammten hanseatischen Hochmut. Wackeln ein bisschen hin und her, bis ihre blonden Pferedschwänze wieder arretiert sind, froh und dankbar, dass sie nicht so sind wie jener. Falls überhaupt Emotionen vorhanden sein sollten.

Im Traum stand plötzlich ein Haus direkt vor meinem Fenster, das die Brauerei verdeckte. Kein Rauch mehr, kein ruhiges Dahinplätschern der Zeit da draußen vor der Tür. Ich ging zu unseren Nachbarn rüber und rief ganz aufgeregt:
“Habt ihr das gesehen? Jemand hat mein Meditationsbild zugebaut!”
Sie fandens aber gar nicht so schlimm, und ich hab mich dann auch irgendwann wieder eingekriegt.

Ich lag im Bett und betrachtete den Sonnenaufgang. Drei Stunden später bin ich nochmal aufgewacht, und der Himmel hatte sich bewölkt, als wär nix gewesen.
Ich hab Hamburg ertappt, heut Morgen um halb sieben – das Wetter ist gar nicht immer so schlecht.

spiegelbild hell
Aus der Serie “Nach dem 11. September: Nichts ist mehr, wie es war”. Ursulinskaja, 2001.
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Abi 92 (Grundkurs Astronomie)

(Aus dem Archiv, ca. 2004)

Nach Astronomie steig ich mit P. den Hang hinauf, wo der Stadtpark hinter der Sporthalle mit ein paar Parkplätzen endet. Darauf steht, steil und schwer wie ein Schuhkarton, lässig und unverbunden mit dem Grund, die Schwäbische Alb. P. will mir was zeigen. Schon nach wenigen Metern blitzt eine Wiese durchs Dickicht, knallgrün und sonnenversengt. Von hier hat man einen tollen Überblick über den Stadtpark, auf Sporthalle, Gymnasium und wie sie alle heißen. Wir setzen uns mitten ins Gras.

Nach dem Astronomiekurs gehen wir oft noch mit ein paar Leuten vom Gymnasium rüber ins Internat, zu meinem Freund Lukas oder zu mir. Heute bin ich mit P. allein, und wir schauen auf den unendlich begrenzten Umriss des Stadtparks hinunter. Ganz nah plötzlich alles.
Wir sitzen auf dem Boden im Gras, wo es eigentlich viel zu heiß und trocken ist, um zu kiffen. Mehrere tausend Jahre alte Steine kommen zu uns heraufgekrochen und kokettieren mit ihrer Dummheit.
„Astronomie verspult einen immer voll!“, sagt meine Freundin Sonja da unten im Stadtpark. Zwischen Parkplatz, Sporthalle und Asphaltwegen dreht sie sich taumelnd im Kreis und macht einen auf naives Hippiemädchen.
„Astronomie verspult einen immer voll! Galaxien und Unendlichkeit und so!“
Ich seh sie regelrecht auf dem Rasen dort unten sich drehen, im Batikrock und mit weit ausgebreiteten Armen.

Den meisten Älblern ist es ja egal, wo sie wohnen. Hauptsache, man schafft den Führerschein in der kürzestmöglichen Zeit.
„Wie viele Fahrstunde hasch brauchd? … Echt, odder?!“
Zwischen dem Rocky’s und dem Goldenen Hirsch brausen sie dort unten da­hin, dann weiter an der Pizzeria Pompeji vorbei und nach Ulm, ins Café Doolittle. Geborene Autofahrer. Unkompliziert und gleichmütig.
Wir Internatsschüler dagegen. O je.
„Wer sich vor zehndausend Johr de Arsch abgwischt hat, des wisset er“, sagt unser Fahrlehrer immer. „Aber dass mer sich beim Linksabbiege in der Eibästroß links einordne muss, des lernet ihr NIEMALS.“

P. ist mein Älblerfreund, meine Verbindung zur Schwäbischen Alb. Wie ein poröser Stein, durch den das Wasser bis in den Grund sickern kann.
P. ist aber auch ein Sadist. Wenn ich bekifft bin, quält er mich gerne. Er spult ganze Kassettenseiten von Hand zurück, nur um mir ein Lied vorzuspielen, das ich nicht mag.
„Was hab ich denn hier in meiner Hand?“, fragt er mich jetzt.
Tief unter uns, im kühlen Aquarium der Blautopfhöhle, taucht der berühmte Herr Hasenmeier durch die winzige Öffnung und dann waagrecht zwischen unseren Beinen hindurch, Richtung Sonderbuch. Hinter ihm her: die Entschiedenen Christen, auf der Suche nach Fossilien zur Widerlegung der Evolutionstheorie.

Versteinerungen sind Beweise für die frühzeitige Erschaffung von Huftieren. Von einem ganz bestimmten Huftier, das auf Bäume klettern konnte und die Glaubwürdigkeit der Bibel belegt. War’s nicht so, lieber P.?
„Halts Maul“, sagt P.
Übermütig glucksend und glücklich bin ich, wie die kleinen Albsteine, die durch meine Finger rieseln. Ungerührt von allem, womit P. mich möglicherweise ärgern will.
P. ist blond und lockig und war noch bis vor kurzem voll das Kind, „mit riesigen weißen Turnschuhen“, wie unsere Freundin Sonja mir erzählt hat. Er war extrem fromm und hat total genervt. Während des Golfkriegs soll er, weinend, im Hirsch gesessen und aus der Offenbarung des Johannes zitiert haben.
P. trägt ein rotweiß kariertes Hemd und grüne Kniehosen. Hinter ihm steht ein imaginäres Holzschild mit der Aufschrift “Waldlehrpfad”.

Der Stadtpark unter uns ist eine grüne Legoplatte. Drei kleine Touristen laufen an der Sporthalle vorbei Richtung Kloster, und wir stellen uns vor, wir wären die und würden uns hier sitzen sehen und mit den Fingern auf uns zeigen.
„Worüber haben wir grade gesprochen?“, fragt P.
Walter Nägele hat heute ein Referat über die Kepplerschen Gesetze gehalten. P. kratzt mit einem Stöckchen Kreise in den Boden und tut so, als würde er mir’s nochmal erklären.
„Worüber haben wir grade gesprochen?“
“Wir wären die und würden uns hier sitzen sehen und mit den Fingern auf uns zeigen“, sage ich brav.
„Und davor?“
Früher war hier das Meer, und die Donau war, wo jetzt die Blau fließt. Die Logik der Kepplerschen Gesetze findet auch hier ihre Anwendung.
Ein schwarzer Daimler fährt rückwärts in eine Parklücke, ein Ehepaar steigt aus und entfernt sich von seinem Auto.
Letzte Woche bin ich durch die Fahrprüfung gefallen. Morgen hat Lukas seine Fahrprüfung.
„Der Lukas und du, ihr fahret wie eineiige Zwilling – exakt die gleiche Fähler“, sagt unser Fahrlehrer immer.

Bis zum Platzen albern aufgeblasen und unschuldig bin ich, wie die liebe Sonne, die sich mir genau gegenüber auf einer Linie abstützt.
„Was hab ich hier in meiner Hand?“, fragt mich P.
Alles kristallisiert sich zu etwas fein Ziseliertem heraus, etwas herrlich strahlend Gelbem. Das Denken verläuft beim Kiffen immer von außen nach innen. Erst kommt das dümmliche Grinsen, weil die Zunge am Gaumen festklebt. Dann folgt die Erkenntnis.
P. hat aus zwei Hölzchen und einem Grashalm eine Puppe gebastelt. Sie stellt meinen Freund Lukas dar. Mit dem Taschenrechner hält P. ihr die Augen zu, damit Lukas morgen durch die Fahrprüfung fällt. Medizinmänner singen dazu im Osten. Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter. Der Rhythmus der Busch­trommeln trägt hinauf bis nach Asch, mit Schwingungen, die hier eher selten sind, so aus der Hüfte …

Wir gehen durch den Wald und die Treppen hinunter zurück, Richtung Klosterhof. Als wir an der Sporthalle vorbeikommen, drehe ich mich vorsichtig noch einmal nach uns um. Wir sind nicht mehr zu sehen. Gott sei Dank!

 

 

 

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Vancouver (Life during the Olympics)

(2009/10)

 Impression mit Ente2

 

bach stanley park schnaken_ausschnitt

 

buliding site

 

Abbey Road

 

pionier pilz 2

 

tennisplatz berge1

 

möwe pfütze

 

seabus leute

 

Tier

 

nebel english bay stanley park2

 

Gestern war ich beim Joggen sehr blöd zu einer Krähe. Hab auf sie gezeigt und gerufen: „Gehst du weg!“. Aggression gegen Vögel, das gab’s schon lang nicht mehr bei mir!

*

Manchmal kann ich mein Glück kaum fassen. Heute morgen hupte ein Schiff auf der anderen Seite der Innenstadt, dort, wo der Hafen ist. Wir kamen ja grad erst vom Strand auf unserer Seite. Ich saß also hier beim Frühstück in unserer Junggesellenbude und hab durch die Schiffshupe das räumliche Gefühl bekommen, auf einer Insel zu sein, umgeben von freundlichen, ruhigen Gewässern mit Massen von Tieren zu Wasser, zu Lande und in der Luft.

*

Heute wieder nur ich am Strand bei der Uni, und ein Didgeridoospieler. Jedenfalls dachte ich das zunächst. Es war dann aber doch nur ein Fotostativ in seiner Tasche (mit Peacezeichen-Aufnäher drauf …). Gott sei Dank!
Fotografieren, pfff … ein Stativ aufbauen und warten, bis alles perfekt ist. Nachdenken muss man nicht,  und nach Wörtern suchen schon gar nicht. Auch von Anatomie muss man keine Ahnung haben. Das wäre schon ein besonderes Kunststück, zum Beispiel einen Vogel so zu fotografieren, dass man nicht kapiert, wo der Schnabel und wo der Schwanz ist!

*

Oh wohlriechende Bäume, oh wohlmeinendes Meer, oh liebe Fische und Steine und Enten! Ich komme mir vor wie die Küste hier, nachdem die Industrie verschwunden war und all die Fische, Vögel und Seehunde allmählich zurückgekehrt sind.
Hab gestern zum ersten Mal eine wood duck gesehen. Bin verzaubert und muss sie wiedersehen!

*

Heute ekle mich vor allen Tieren im Stanley Park, wo sie gefüttert werden, bis sie platzen. Ich ekle mich vor den fetten Möwen, Krähen, Enten, Gänsen, Schwänen, Blässhühnern, Tauben und Spatzen.
Dekadente, fette Eichhörnchen, diese Virenschleudern und Ratten Nordamerikas! Genau wie die Waschbären – rabiate graue Fettsäcke mit Hängebäuchen, mit Hautkrankheiten und Abschürfungen, verstümmelten Schwänzen, gichtigen Fingern und messerscharfen Zähnen, die all ihre Putzigkeit Lügen strafen.
Die Reiher stehen zwar immer etwas abseits bei den Fütterungsorgien. Sie sehen aber an sich schon so morbide aus, wie lüsterne alte Mönche, wie räudige Hunde, mit ihrem zerfetzten, schlecht frisierten grauen Gefieder und ihren stechenden Augen.
An so einem Tag werden auch die Fotos und Tierfilmchen nie was. Alles ist grau in grau, mit unattraktivem Pflanzengestrüpp, Mauersteinen oder irgendeinem anderen Anzeichen von Zivilisation im Hintergrund.
Das sind doch alles keine wilden Tiere hier, denen man auflauern muss! Die warten doch schon ganz ungeduldig auf mich und sind richtig heiß drauf, zum Film zu kommen!

*

Der Reiher hat mir gestern so leid getan, als er bei der Fütterung dabeistand und immer mit dem Schnabel in die Luft geschnappt hat. Aber was weiß ich schon, wie ein Reiher sich fühlt?
Wie wohl die jungen Reiher das Reiherhandwerk erlernen? Ob sie verspielter, tapsiger und ungeduldiger sind als ihre Eltern? Ob sie sich dadurch verraten und es sich mit der Beute verscherzen? Und wie kommen sie eigentlich drauf, dass keiner sie sieht, während sie irgendwo rumstehen?
Ich fände es ja schön, wenn auch Tiere Dinge aus Spaß und zum Zeitvertreib tun würden, so wie ich. Wenn sie andere Tiere süß oder lustig fänden. Aber bestimmt ist das alles Quatsch, und Darwin lauert hinter jeder Ecke.

*

Oh, wenn ich nicht mehr hier bin, das wird hart – an dem Ort mit der höchsten Biomasse/qm. Wie werde ich diese Biomasse vermissen!

 

olympia glasscheiben

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BONUSTRACK 1:

 

 

 

 

 

 

BONUSTRACK 2:

 

 

 

 

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Afrikanische Schweinepest

Der Mettigel hatte den Sektempfang vorzeitig verlassen und stromerte fröhlich durch den Wald: ein fleischfarbener Flaneur, ein formloser Dandy aus Hack.
Eifrig schnüffelnd nahm ein Wildschwein seine Fährte auf. Angetrieben wurde es von seinem animalischen Instinkt, der sein einziger ethischer Kompass war.

Eine Clique von Rehen betrat das Gesichtsfeld des Keilers. Zu gerne hätte er ihnen auf der Stelle ihre blütenweißen Hintern versohlt. Jedoch umschmeichelte in diesem Moment ein unwiderstehlicher Duft nach Hackepeterbrötchen seinen Rüssel. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dachte der Schweinehengst pragmatisch und setzte seinen Weg durchs Unterholz fort.
“Hackepeter!”, stöhnte er dabei genüsslich.
“Das schwule Brötchen schmeiße ich einfach weg.”

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Unterdessen bewegte sich der Mettigel sorglos durchs Gehölz, vorbei an konventionellen Igeln, an Parasolen, Pfifferlingen und Pantherpilzen. Ein fortwährendes Verschmelzen mit seiner Umgebung war seine bevorzugte Gangart, über herkömmliche Gliedmaßen verfügte er leider nicht.
Bald schon kam es ihm völlig natürlich vor, Teil des Waldes zu sein, und er fühlte sich eins mit Fauna, Flora und dem Kosmos.
Die Richtung hatte ihm sein Unbewusstsein schon vor langer Zeit vorgegeben: Zunächst ging’s zum Schweinehochhaus nach Sachsen-Anhalt, wo ein paar befreundete Blueser wohnten. Von da zog es ihn weiter nach Osten – erst in die polnische Heimat, dann weiter nach Mekka, eventuell auch nach Indien oder Tibet. “Schau mer mal”, dachte er locker.

Von jeher war der Mettigel ein spiritueller Typ gewesen. Schon in der Schweinemastanlage hätte er seinen persönlichen Bereich gerne mit Batiktüchern abgehängt. Leider wurde auf die persönlichen Bedürfnisse der Schweine dort wenig Rücksicht genommen.
Lässig schwang er seinen Astralkörper von Baum zu Baum. Hin und wieder geriet das amorphe Hack aus dem Gleichgewicht und rutschte dann unsanft den Stamm hinunter. An der Rinde entstand so eine Schleifspur, die später von anderen Tieren mit einem Schleimpilz verwechselt wurde.
Solange es sich dabei nicht um Wildschweine handelte, stellte das kein Problem dar. Zwar trug er den Schweinepesterreger ASP in sich. Dieser kann aber ausschließlich Schweine infizieren und ist für andere Tiere völlig ungefährlich. (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, “Fragen und Antworten zur Afrikanischen Schweinepest”.)

 

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Anders sieht es mit Wildschweinen aus.
Und hier wechsle ich der Spannung halber ins historische Präsens. (Mehr zu diesem für mich sehr emotionalen Thema findet ihr übrigens hier.)

Der Duft nach rohem Schweinefleisch ist inzwischen fast unerträglich stark geworden. Er saugt das Wildschwein gleichsam an, hin zu einem großen, stattlichen Baum: der Hitlereiche, einem beliebten Treffpunkt der örtlichen Dorfjugend.
Die Eiche ist ein ausgewiesener Kraftort und wird von zahlreichen nordischen Göttern bewohnt, namentlich Bil, Erce, Delling, Netzer, Fulla, Gerda, Hirnim, Hirni, Rindr, Grindr, Sif, Kiff, Kefyr, Rummenigge, Thökk, Thor, Uller, Ulla, Wyrd und Weird.*
Als das Wildschein also jetzt beginnt, die Rinde zu belecken – zunächst vorsichtig, dann immer forscher, um sich schließlich mit dem ganzen Körper gegen den Baum zu werfen  …

… beendet der erboste Kefyr das Leben des Schweinerüden kurzerhand mit einem gezielten Wurf seines Speeres Knarzogyr. 😦

Immerhin: Der sehr viel langsamere und qualvollere Tod durch die Afrikanische Schweinepest bleibt dem Keiler so erspart.

***

Zum Glück hatte ich schon eine Ahnung davon, wie diese Geschichte ausgehen würde. Deshalb habe ich unseren Wildschweinhelden von vorneherein so konzipiert, dass eine Identifikation mit ihm gar nicht erst aufkommen will.

Aber denkt immer dran: Es gibt auch nette Wildschweine da draußen.
Darum Obacht – Wurstbrote gehören nicht in den Wald!!!

Eure Ursulinskaja

*Einige der Namen gehören nicht zu nordischen Gottheiten. Findest du heraus, welche es sind?

 

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