Vancouver

(2009/10)

Impression mit Ente2

 

bach stanley park schnaken 2

 

hotel denman place gäste

 

buliding site

 

Abbey Road

 

pionier pilz 2

 

frau hund wolken

 

möwe pfütze

 

tennisplatz berge1

 

seabus leute

 

Tier

 

 

Manchmal kann ich mein Glück kaum fassen. Heute morgen hupte ein Schiff auf der anderen Seite der Innenstadt, dort, wo der Hafen ist. Ich kam gerade erst vom Strand auf unserer Seite. Saß beim Frühstück hier in unserer Junggesellenrentnerwohnung und hab durch die Hupe das räumliche Gefühl bekommen, auf einer Insel zu sein, umgeben von freundlichen, ruhigen Gewässern mit Massen von Tieren zu Wasser und zu Lande.

*

Ein älterer Mann hat heute mit seiner Angeberkamera ein Adlerpärchen im Nest fotografiert. Ich weiß ja inzwischen, dass Adler hier nix Besonderes sind. Hab aber trotzdem auch unzählige Bilder gemacht. Durch meine Kamera sehe ich so gut wie nichts (drehen sie ihre Hälse, verändert sich sonst irgendwas?). Ich ahnte zwar schon, dass nachher nur winzige braunweiße Flecken auf meinen Fotos sein würden, aber egal.
Danach hab ich ein bisschen Birdwatcher-Smalltalk gemacht, ich bin ja inzwischen Profi. Manchmal befragen mich jetzt schon wildfremde Leute.
(“Der Gesang der Adler klingt wie eine unelastische, straff gespannte Schnur, über die sie mit ihren Stimmen stolpern.”)

 

 *

Heute wieder nur ich am Strand bei der Uni, und ein Didgeridoospieler. Das dachte ich auf jeden Fall zunächst. Es war dann aber doch nur ein Fotostativ in seiner Tasche (mit Peacezeichen-Aufnäher!). Gott sei Dank!

Fotografieren, pfff … einfach das Stativ aufbauen und warten, bis alles perfekt ist. Nachdenken muss man nicht, und nach Wörtern suchen schon gar nicht. Auch von Anatomie braucht man keine Ahnung haben. Da müsste man sich schon besonders blöd anstellen, um zum Beispiel einen Vogel so zu fotografieren, dass man nicht kapiert, wo der Schnabel und wo der Schwanz ist.
Beim Zeichnen sieht es wieder ganz anders aus. Was würde ich jetzt darum geben, wenn ich diese psychedelische Schilflandschaft hier zeichnen könnte!

 

*

Ich war gestern beim Joggen sehr blöd zu einer Krähe, das tut mir leid. Hab auf sie gezeigt und gerufen „Gehst du weg!“. Aggression gegen Vögel, das gab’s schon lang nicht mehr bei mir!

*

Hab gestern zum ersten Mal eine Wood duck gesehen. Bin verzaubert und muss sie wiedersehen!

*

Heute ekle mich vor allen Tieren im Stanley Park, wo sie gefüttert werden, bis sie platzen. Ich ekle mich vor den fetten Möwen, Krähen, Enten, Gänsen, Schwänen, Blässhühnern, Tauben und Spatzen.
Dekadente, fette Eichhörnchen, diese Virenschleudern und Ratten Nordamerikas! Genau wie die Waschbären – rabiate graue Fettsäcke mit Hängebäuchen, mit Hautkrankheiten und Abschürfungen, verstümmelten Schwänzen, gichtigen Fingern und messerscharfen Zähnen, die all ihre Putzigkeit Lügen strafen. Enten, Schwäne, Reiher …
Die Reiher stehen zwar immer etwas abseits bei den Fütterungsorgien. Sie sehen aber an sich schon so morbide aus, wie lüsterne alte Mönche, wie räudige Hunde, mit ihrem zerfetzten, schlecht frisierten grauen Gefieder, ihren stechenden Augen.
An so einem Tag werden auch die Fotos und Tierfilmchen nie was. Alles ist grau in grau, mit unattraktivem Pflanzengestrüpp oder Mauersteinen oder irgendeinem anderen Anzeichen von Zivilisation im Hintergrund.
Meine albernen kleinen Sielmann-Fime … Das sind doch alles keine wilden Tiere hier, denen man auflauern muss! Die warten immer an der gleichen Stelle auf mich und sind richtig heiß drauf, zum Film zu kommen!

 

*

Heute genervt von Leuten, davon, dass es sie gibt. Dass ich keine Vögel fotografieren kann, ohne dass mir irgendein Opa erklärt, dass sie aus der Arktis hierhergeflogen sind. Dass mir eine Frau auf der öffentlichen Toilette erklärt, dass sie heute Strumpfhosen anhat und deswegen alles etwas länger dauert bei ihr.

*

Wie wohl die jungen Reiher das Reiherhandwerk erlernen? Ob sie verspielter, tappsiger und ungeduldiger sind als ihre Eltern? Ob sie sich dadurch verraten und es sich mit der Beute verscherzen? Und wie kommen sie eigentlich auf die Idee, dass keiner sie sieht, während sie irgendwo rumstehen?
Der Reiher hat mir gestern so leid getan, als er bei der Fütterung dabeistand und immer mit dem Schnabel in die Luft geschnappt hat. Aber woher will ich wissen, wie es ihm ging?

Ich fände es schön, wenn auch Tiere Dinge aus Spaß und zum Zeitvertreib tun würden, so wie man sich das als Mensch halt gerne vorstellt. Wenn sie andere Tiere lustig oder süß fänden. Aber bestimmt ist das nur naiver Quatsch, und Darwin lauert hinter jeder Ecke.

 

*

Es gibt auch in einer Ansammlung von schönen Tagen immer einen, der ganz besonders schön ist. Die Luft ist noch ein bisschen klarer, der Himmel noch ein bisschen höher, die Sonne noch strahlender. So wie gestern. Jeder, wirklich jeder war erquickt und durch und durch von Freude durchdrungen an diesem Tag. Na ja, vielleicht nicht jeder. Aber auf jeden Fall „jedes Herze, das empfänglich“, wie es im Sängerkrieg der Heidehasen heißt.

Oh wohlriechende Bäume, oh wohlmeinendes Meer, oh liebe Fische und Steine und Enten!
Ich komme mir vor wie die Küste hier, nachdem die Industrie endlich verschwunden war und all die Fische, Vögel und Seehunde allmählich zurückkehren konnten.
Wenn ich nicht mehr hier bin, das wird hart – an dem Ort mit der höchsten Biomasse/m². Wie werde ich diese Biomasse vermissen!

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Afrikanische Schweinepest

Der Mettigel hatte den Sektempfang vorzeitig verlassen und stromerte fröhlich durch den Wald – ein fleischfarbener Flaneur, ein formloser Dandy aus Hack. Eifrig schnüffelnd nahm ein Wildschwein seine Fährte auf. Angetrieben wurde es von seinem animalischen Instinkt, der sein einziger ethischer Kompass war.

Eine Clique von Rehen betrat das Gesichtsfeld des Keilers. Zu gerne hätte er ihnen auf der Stelle ihre blütenweißen Hintern versohlt. Jedoch umschmeichelte in diesem Moment ein unwiderstehlicher Duft nach Hackepeterbrötchen seinen Rüssel. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dachte der Schweinehengst pragmatisch und setzte seinen Weg durchs Unterholz fort.
“Hackepeter!”, stöhnte er dabei genüsslich.
“Das schwule Brötchen schmeiße ich einfach weg.”

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Unterdessen bewegte sich der Mettigel sorglos durchs Gehölz, vorbei an konventionellen Igeln, an Parasolen, Pfifferlingen und Pantherpilzen. Ein fortwährendes Verschmelzen mit seiner Umgebung war seine bevorzugte Gangart, über herkömmliche Gliedmaßen verfügte er leider nicht.
Bald schon kam es ihm völlig natürlich vor, Teil des Waldes zu sein, und er fühlte sich eins mit Fauna, Flora und dem Kosmos.
Die Richtung hatte ihm sein Unbewusstsein schon vor langer Zeit vorgegeben: Zunächst ging’s zum Schweinehochhaus nach Sachsen-Anhalt, wo ein paar befreundete Blueser wohnten. Von da zog es ihn weiter nach Osten – erst in die polnische Heimat, dann weiter nach Mekka, eventuell auch nach Indien oder Tibet. “Schau mer mal”, dachte er locker.

Von jeher war der Mettigel ein spiritueller Typ gewesen. Schon in der Schweinemastanlage hätte er seinen persönlichen Bereich gerne mit Batiktüchern abgehängt. Leider wurde auf die persönlichen Bedürfnisse der Schweine dort wenig Rücksicht genommen.
Lässig schwang er seinen Astralkörper von Baum zu Baum. Hin und wieder geriet das amorphe Hack aus dem Gleichgewicht und rutschte dann unsanft den Stamm hinunter. An der Rinde entstand so eine Schleifspur, die später von anderen Tieren mit einem Schleimpilz verwechselt wurde.
Solange es sich dabei nicht um Wildschweine handelte, stellte das kein Problem dar. Zwar trug er den Schweinepesterreger ASP in sich. Dieser kann aber ausschließlich Schweine infizieren und ist für andere Tiere völlig ungefährlich. (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, “Fragen und Antworten zur Afrikanischen Schweinepest”.)

 

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Anders sieht es mit Wildschweinen aus.
Und hier wechsle ich der Spannung halber ins historische Präsens. (Mehr zu diesem für mich sehr emotionalen Thema findet ihr übrigens hier.)

Der Duft nach rohem Schweinefleisch ist inzwischen fast unerträglich stark geworden. Er saugt das Wildschwein gleichsam an, hin zu einem großen, stattlichen Baum: der Hitlereiche, einem beliebten Treffpunkt der örtlichen Dorfjugend.
Die Eiche ist ein ausgewiesener Kraftort und wird von zahlreichen nordischen Göttern bewohnt, namentlich Bil, Erce, Delling, Netzer, Fulla, Gerda, Hirnim, Hirni, Rindr, Grindr, Sif, Kiff, Kefyr, Rummenigge, Thökk, Thor, Uller, Ulla, Wyrd und Weird.*
Als das Wildschein also jetzt beginnt, die Rinde zu belecken – zunächst vorsichtig, dann immer forscher, um sich schließlich mit dem ganzen Körper gegen den Baum zu werfen  …

… beendet der erboste Kefyr das Leben des Schweinerüden kurzerhand mit einem gezielten Wurf seines Speeres Knarzogyr. 😦

Immerhin: Der sehr viel langsamere und qualvollere Tod durch die Afrikanische Schweinepest bleibt dem Keiler so erspart.

***

Zum Glück hatte ich schon eine Ahnung davon, wie diese Geschichte ausgehen würde. Deshalb habe ich unseren Wildschweinhelden von vorneherein so konzipiert, dass eine Identifikation mit ihm gar nicht erst aufkommen will.

Aber denkt immer dran: Es gibt auch nette Wildschweine da draußen.
Darum Obacht – Wurstbrote gehören nicht in den Wald!!!

Eure Ursulinskaja

*Einige der Namen gehören nicht zu nordischen Gottheiten. Findest du heraus, welche es sind?

 

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Osterbasteleyen mit Eyerlikör

Hallöchen-popöchen, die Uschy ist da!
Genau wie an Ostern vor knapp einem Jahr.
Ja sapperlelottle, habt ihr mich vermisst?
Mir ging es genauso, nur dass ihr es wisst!

Doch jetzt hat das elende Warten ein Ende.
Wir nehmen das Klöppelgerät in die Hände.
Auf Ostergebastel mit Pfiff und mit Schwung
Hat jeder viel Bock, und so endet mein Song!

Liebe Fans! Zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich für eure Geduld bedanken. Wie einige von euch wissen, habe ich in den letzten Monaten viel Zeit bei der Truppe verbracht. Deswegen hatte ich leider nur wenig Gelegenheit für neue Basteleyen.
HAHAHA, die Rede ist natürlich von meiner Basteltruppe “Die Bastelnarren”, mit denen ich lauter wunderbare neue Ideen & Inspirationen für eure Wohnstuben ausgeheckt habe! Eine davon habe ich euch heute mitgebracht:

Ausgeblasene Eier, gefüllt mit Eierlikör

Ihr braucht dazu:
Viel Geduld, Mut, Ausgelassenheit, Hoffnung, Spaß, Ausdauer, Hingabe, Frieden … ein bisschen “Ver-rückt-heit”, Freude am Basteln sowie 6-8 weichkochende Eier, ein Nähkästchen (auch die Waffe der Frau genannt, HAHAHAHAHA!), gewöhnliches Laubsägewerkzeug und eine gute Flasche Eierlikör.

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Häkelnadeln im Profil. Von links nach rechts: Größe 2, 2 1/2, 3,3 1/2, 4, 4 1/2, 5, 5 1/2, 6, 6 1/2, 7, 8, 9, 10 und die “alte Dickmadame” mit der Nummer 12.*

Zunächst piksen wir beidseitig ein Loch in unsere Eier. Ich verwende dazu eine Häkelnadel der Größen 7 bis 9. Ihr könnt aber auch einen Apfelentkerner benützen, oder ihr köpft einfach das Ei und lasert es später wieder zu. Wie ihr es macht, bleibt  völlig euch überlassen, hier ist der individuelle Lieblingsstyle gefragt! (Wenn Zeit bei euch keine Rolex spielt, könnt ihr es auch mit einer herkömmlichen Stecknadel probieren: VIEL SPASS, HAHAHAHA! Wir sehen uns nächste Ostern wieder! ROLF!)

Was zählt, ist das Ergebnis: ein leeres Ei. Denn erst wenn das Ei leer ist, kann es wieder befüllt werden: mit kleinen Filzlappen, Hähnchenragout oder, wie hier, leckerem Eierlikör.

Ihr müsst übrigens nicht auf den angestaubten Fusel eurer “Oldies” zurückgreifen. Inzwischen gibt es auch ganz ausgezeichnete digitale Liköre – zum Beispiel von My Eier, Ei Space, f_EIER_abend oder WhatsEgg. Einfach mal rumsurfen und schauen, was der Cyberspace so hergibt!

Wenn das Flüssigeierzeugnis draußen ist, vermischt ihr es sanft mit dem Eierlikör, um es zu desinfizieren.
Nun muss “das Huhn zurück ins Ei”, wie ich immer gerne sage. Ostern als Fest des Lebens erinnert uns damit zeitgleich auch an die Wiedergeburt, an Werden und Vergehen. Alles ist möglich, jeder kann es schaffen, und nichts ist so, wie es scheint.

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Auf einem quadratischen Platzdeckchen mit Hohlnahtverzierung wirken die
gefüllten Eier besonders plastisch.**

Wie aber kommt “das Gelbe zurück ins Ovale”?
Das Stichwort lautet hier: Physik. Haben wir beim Ausblasen mit Überdruck gearbeitet, so ist jetzt Unterdruck gefragt. Dieser entsteht zum Beispiel dadurch, dass ihr mit den Lippen kräftig am Ei saugt. Ihr könnt es aber auch mit heißer Luft probieren, die ihr in das Ei füllt und dann wieder urplötzlich abkühlen lasst.
Eine andere Variante sind Schröpfköpfe oder Blutegel, die ihr ans Ei anlegt und die Arbeit für euch erledigen lasst. Oder ihr übt psychischen Druck auf das Ei aus, den ihr mit unerwarteten plötzlichen Entspannungsphasen abwechselt. Am besten einfach ein bisschen herumexperimentieren – eurer Fantasy sind, wie immer, keine Grenzen gesetzt!

Wer den Apfelausstecher oder die Laubsäge verwendet hat, ist jetzt im Vorteil. Er kann den “Stoff” einfach zurück in die zersägten oder zerhackten Eier kippen. Dann oben und unten zulasern, noch einen hübschen Faden dran – fertig ist die innovative Osterdeko.

Ich wünsche euch allen frohe Feiertage. CU on Instagram!

Eure Uschy v. d. Basteleyen

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Na, Bock auf “Ey”?***

Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe “Bastelbücher der 1950er bis 1970er Jahre – durch die Cyberbrille gesehen und neu interpretiert im Zeitalter von Biotechnologie und künstlicher Intelligenz”. Weitere Kolumnen aus der Serie findet ihr hier und hier.

 

* Dr. Gertrud Oheim: Das praktische Handarbeitsbuch. Gütersloh, 1961, 1965. Seite 43.
** Ebd. Seite 75.
*** Ebd. Seite 101.

 

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Erinnerungen an die DDR

(Aus Ursulinskajas Archiv, ca. 1999)

Ich muss ungefähr fünf Jahre alt gewesen sein, als ich zum ersten Mal begriff, dass Dänemark und die DDR zwei verschiedene Länder waren. Dänemark war das gelbe, weiche mit dem Sand. Die DDR war eine grobkörnigere, rubbeligere Angelegenheit. Wir fuhren zwar statt in zwei Tagen in nur fünf Stunden dorthin, machten aber immer noch Rast bei meiner fränkischen Tante, der Vorbotin des Seltsamen. Und danach ging es erst richtig los: Wir hielten ständig, etwas Aufregendes musste noch hier und dort erledigt werden, meine Eltern drehten sich häufig nach uns um und suchten irgendwas auf dem Rücksitz.
Durch das vordere Fenster sah ich das große Frankenhotel auf uns zurollen und freute mich. Es war ja so witzig alles!
Jetzt durften wir nochmal aufs Klo und zum letzten Mal Sächsisch imitieren und dann, schnell!, den Stern wegschmeißen, und ich wusste, wir fahren jetzt auf die GRENZE zu.

Die überwiegenden Farben an der Grenze waren Grün und Braun, und eine Art brauner Block lag plötzlich in der Luft, der Ostblock, der eckig über den Dächern der Grenzposten hing und eine Vorahnung von den herrlichen Schwaden war, die über dem Land schweben würden, in das wir jetzt fuhren. Ganz seltsam, mitten auf dem Dorf und zwischen weichem Zittergras würde wieder unsichtbar diese braune Luft stehen. Ich erinnerte mich daran und freute mich darauf. Auch in dem Pfarrhaus, zu dem wir fuhren, roch es komisch: nach Braunkohle und Moder, aber auch nach dem leckeren eckigen Blechkuchen aus der DDR. Ich freute mich ja so!

Ich freute mich und freute mich, aber wir kamen nicht voran, nur stückchenweise durfte unser Auto weiterfahren, und außerdem mussten wir leise sein und durften keine Hörspiele mehr hören, weil mein Vater jetzt meist schlecht gelaunt und hochkonzentriert war. Und immer sagte meine Mutter an dieser Stelle, dass wir wohl doch besser den Grenzübergang Hirschberg genommen hätten.

Plötzlich kamen zwei Zöllner auf uns zu, endlich! Sie waren ganz nett eigentlich, fand ich, wir alle waren, glaube ich, erleichtert. Reden durften wir ja nichts. Dann machten sie den Kofferraum auf, holten alles raus, was da war, alle Koffer und jeden Quatsch, Waschbeutel und Föhne, die wir noch irgendwo dazwischengestopft hatten. Sie öffneten die Koffer und fanden eine Schachtel mit einem Spiel: „Gefährliches Geröll“.
„Gefährlisches Geröll“, sagte der eine Grenzbeamte bedeutungsschwanger zum anderen. Der nahm ihm die Schachtel aus der Hand und ging damit zum Zollhäuschen. Der Erste folgte ihm unauffällig.
Nach etwa einer Dreiviertelstunde kamen sie  zurück, und wir durften weiterfahren.

Von jetzt ab war alles fröhlich und leicht, wir rollten in die DDR und lachten alle laut und hysterisch, weil wir so lange nichts gesagt hatten. Bäume standen links und rechts der Straße, überall Bäume und ein Flüsschen, und dazu das Grau der Häuser und der vertraut merkwürdige Geruch und die hohen Strommasten. Wenn wir durch Dörfer fuhren, holperten wir laut über die gepflasterten Straßen, an schwarz gedeckten Häusern vorbei und an Frauen und Kindern in Neonfarben, die überrascht stehen blieben, sobald sie uns sahen.

In S. standen plötzlich fünf Leute vor einem Gartentor, und ein Hund kam auf uns zugesprungen und bellte sich die Seele aus dem Leib: der liebe Golf, der Collie unserer Freunde! Wir fielen uns alle um den Hals, und B. und ich planten sofort zusammen die nächsten fünf Tage: ein Gartenfest und ein Theaterstück, Handpuppen basteln und ein Picknick.

Aber gleich am nächsten Tag musste unsere Familie zum Rat des Kreises nach Saalfeld, das trennte uns wieder und machte mich wahnsinnig wütend. Wir hatten so wenig Zeit zusammen und ich hatte so wenig Lust dazu. Ich fühlte mich so anders als B. deswegen, wieso musste sie denn nicht da hin? Sie durfte nicht einmal!

Da saßen wir also nun in einem grünen Linoleumgang, und meine Mutter freute sich darüber, dass sie jemanden schwäbisch reden gehört hatte oder badisch oder berlinerisch, aber mir war das egal, es dauerte einfach viel zu lang und war so düster und trostlos hier. Wir rückten die Wand entlang näher an ein Zimmer heran, das am Ende des Ganges lag. Aschenbecher zeigten uns an, wie weit wir schon gekommen waren.
Auch als ich schon lesen konnte, war das kein Vorteil, denn an den Wänden hingen nur die allerlangweiligsten Aushänge und Plakate, die man sich vorstellen kann, so grauenhaft langweilig, dass sie sich jedem gedanklichen Zugriff entziehen. Ich kann mir nicht einmal im Entferntesten etwas vorstellen oder gar ausdenken, das ähnlich langweilig wäre.
Am Ende dieses Ödnisexzesses lag der Raum, den alle dreihundert Leute früher oder später erreichen mussten. Dort bekamen wir Stempel in unsere Pässe gedrückt und durften sofort wieder gehen.

Nur einmal gab es einen kleinen Zwischenfall. An der Wand hinter den Sperrholztischen hing ein großes Bild von Erich Honecker vor knallblauem Himmel. Meine Schwester sah es sich lange an und sagte dann laut und verwundert:
“Der sieht ja gar nicht so böse aus!“
Es passierte aber nichts weiter, und wir kamen auch diesmal wieder unbeschadet zu unseren Freunden nach S. zurück.

Wenn wir nach fünf Tagen wieder nach Hause fuhren, war ich immer traurig und enttäuscht. B. war gegen Ende immer seltsam kühl zu mir, wir stritten uns über jeden Scheiß, und ich fühlte mich ihr moralisch unterlegen, weil ich mich nicht so für Politik interessierte. Aber das war glaube ich erst später, als wir schon größer waren.

Bei diesem Besuch hatte ich einen Marsmenschen aus Mullbinden gebastelt, den man als Handpuppe benutzen konnte, und war deshalb gut gelaunt und fröhlich trotz unseres Abschieds und freute mich auf zu Hause.
Auf der Rückfahrt kontrollierten uns die Zöllner normalerweise nicht so streng wie auf dem Hinweg. Aber diesmal waren sie über irgendetwas wütend und rissen alle Sachen aus dem Kofferraum, durchwühlten die Koffer mit meinem Marsmenschen, schleuderten ihn auf den Boden und zerbrachen ihm die Antenne. Da heulte ich zu guter Letzt dann doch noch wie ein Schlosshund.

 

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Witze für Medi & Zini

Wusstet ihr, dass Medi & Zini für jeden abgedruckten Witz 20 Euro Cash bar auf die Hand zahlen? No kidding. Die reine Gelddruckmaschine. Seit ich das in Erfahrung gebracht habe, läuft die Witzeproduktion hier natürlich auf Hochtouren. Könnt ihr euch ja vielleicht vorstellen.
Damit ihr nicht so lange auf die neue Ausgabe von Medi & Zini warten müsst, haben wir uns dazu entschlossen, vorab ein paar unserer besten Witze preiszugeben. Aber nicht klauen, gell! Alle hier veröffentlichten Witze sind schon durchs Qualitätsmanagement gegangen, d. h., sie wurden von meiner Tochter Suri* (5) geprüft und für witzig befunden.

Also, los gehts!

Treffen sich zwei Gurken. Sagt die eine zur anderen:
“Sollen wir ein bisschen rumgurken?”

Treffen sich zwei Eier. Sagt das eine zum anderen:
“Sollen wir ein bisschen rumeiern?”

Treffen sich zwei Käse.
Sagt der eine: “Das ist doch Käse! Hallo Käse, wie gehts?”
Sagt der andere: “Mir stinkts!”

Ein Mähdrescher hat sein Gedächtnis verloren. Er steht auf der Wiese und weiß nicht mehr, was er tun wollte. Da trifft er ein Schaf.
Fragt der Mähdrescher: “Was soll ich nur tun?”
Sagt das Schaf: “Mäh!”

Wie nennt man eine kleine Kuh, die Zwetschgen mag?
(nehcukneghcstewZ))

Wie nennt man ein Einhorn, das klettern kann?
(nehcnröhniE)

Wie nennt man eine Fee, die zum Frühstück kommt?
(eeffaK)

Treffen sich zwei Hintern. Sagt der eine zum anderen: “Guten Kack!”

Fragt ein Klo das zweite: “Was ist denn dein Lieblingsbuch?”
Sagt das andere: “Pipi Langstrumpf!”

Treffen sich zwei Klos. Sagt das eine zum anderen:
“Wie siehts du denn aus? Was ist denn klos …?”

Wie nennt man ein Klo, das fahren kann?
(subolK)

Wohin geht ein Klo, wenn es seine Ruhe haben will?
(retsolK snI)

Wie heißt ein Hintern, den man an die Wand hängen kann?
(retsoP)

Wie nennt man den Zwillingsbruder vom Klo?
(nolK)

***

Ich soll euch übrigens von Volkshild** ausrichten, dass ihr bitte auch euren Kindern die Witze vorlesen sollt!

Viele Grüße aus dem Hause derer zu Ursulinskaja.

strauss2
Auf diesem Bild stimmt etwas nicht. Wisst ihr, was es ist? Die Lösung findet ihr ein Stück weiter unten.
*Name geändert.
**Name erneut geändert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

suddeutschlandreise-073
Auflösung des Bilderrätsels: Der Rothalsstrauß Franz Josef lebt und arbeitet in der Stuttgarter Wilhelma.
Foto: Ursulinskaja, 2010.

 

 

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Loungige Blöcke

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Das Hier und Jetzt: eine Raum-Zeit-Koordinate, die Ruhe ausstrahlt. Momentaufnahme in der DB Lounge, Metzingen.

Ursulinskaja hat immer noch Bock auf Blog, denkt allerdings über eine dramatische Neuausrichtung ihrer Firmenphilosophie nach. “Geld muss fließen”, panta rhei, das galt schon bei den alten Etruskern und ist heute, im Zeitalter der Digitalisierung, aktueller denn je.
Lebenslanges Lernen und eine konstante persönliche Weiterentwicklung sind mittlerweile in allen Branchen unabdingbar. Alle sieben Jahre werden die Zellen des Körpers vollständig ausgetauscht: Ein neuer Mensch entsteht. Zähne, Haare, Ohren und Nase erstrahlen in neuem Glanz. Wir reiben uns die Augen, gähnen und strecken uns, machen vielleicht Yoga, Aqua Fitness oder Nordic Walking.
Alles ist im Fluss und wuselt wie wild durcheinander. Sterne kollidieren, Rausch, Ekstase, Kreativität und Innovation sind die Folge. Start-ups werden gegründet und zerfallen wieder, Supernovas werden zu schwarzen Löchern, aus denen wiederum neue Supernovas hervorgehen, etc. pp. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen.

***

Wesentlich entspannter geht es in der DB Lounge der Outletcity Metzingen zu. Vier Playmobil-Ladys haben es sich hier in der stylischen Sitzlandschaft bequem gemacht. Die Stimmung ist ausgelassen, man trinkt Prosecco aus winzigen Gläschen, dazu werden Schokocrossies herumgereicht.
Die lustige Runde war gerade auf einem Junggesellinnenabschied in Waiblingen, wie sie dem Reporter des Reisemagazins Mobil vergnügt erzählt. Auf dem Rückweg über Stuttgart, Ulm und Biberach, Meckerlesbeuerles und Durlesbach* seien sie dann hier am Bahnhof Metzingen hängen geblieben. Die Möbel im Retro-Design, mit denen man auch Mengenlehre üben kann, hätten ihnen auf Anhieb “supergut” gefallen, erzählt eine der sympathischen Mittvierzigerinnen fröhlich.

Mobil: Sind die Damen heute zum ersten Mal hier in der Outletcity?
Lady 1: Ja, aber bestimmt net ‘s letzschde Mol!
Lady 2: Metzingaaaaa!!!
Lady 3: Mir wolltet eigentlich mit dem RE 4038 nach Albstadt …
Lady 4: … aber der Zug isch abgfahre! (Lacht.)
Mobil: Und was machen Sie jetzt?
Lady 4: Wisse mer net.
Lady 3: Jetz bleibet mer halt do!
Mobil: Für immer?
Lady 3: Ha, für immer vielleicht net.
Lady 2: Aber halt solang mer Luschd hen …
Lady 1: … oder zumindeschd, bis Schtuttgart 21 ferdig isch! (Prustet los.)
Lady 4: … OND DES KÄÄ NO DAURE!!! (Prustet ebenfalls los.)
Lady 1-4: HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!
(Die vier Businessladies erheben ihre Proseccos. Klack, klack, klickerdi-klack, klingen die kleinen Gläschen.)

katze kreiselkopf
Verschollenes Gemälde: “Die Katze” von M. C. Escher.

Ich wünsche meinen lieben Lesern noch eine tolle Woche!

Love & Peace,
Ursulinskaja

mengenlehre
“Macht Mengenlehre krank?” Der Spiegel 13/1974.
*Sicher kommt es jetzt zu einem enormen Traffic auf dieser Seite, weil internetweit nur 1 x die korrekte Schreibweise von Meckerlesbeuerles zu finden ist – und zwar hier!
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Abgefahren, Part II (Jahreswechsel – jetzt erst recht!)

Sodele. Besser wirds nimmer, pünktlicher wahrscheinlich auch nicht. Hier also nun die aktuelle Neujahrskolumne von Ursulinskaja!
Als Reminiszenz an den kürzlich verstorbenen Helmut Kohl*, aber auch zur größtmöglichen Verspulung unserer Leser, beginnt sie mit einer Wiederholung der Kolumne vom vorigen Jahr.

Vor einem Jahr
Deine Erinnerungen anzeigen >

Ich schaute mich um. Außer mir befand sich plötzlich niemand mehr im Laden. Auch mein Follower war mit einem Mal verschwunden. Schweren Herzens verließ auch ich diesen Ort, der für einen kurzen Moment zwei Leben zusammengeführt und das vibrierende Zentrum dieser kleinen Geschichte gebildet hatte. Den Ferrari ließ ich der Einfachheit halber stehen.

***

Als ich die andere Straßenseite erreicht hatte, kam mir die ganze Sache plötzlich komisch vor. Unauffällig drehte ich mich nochmal um: Tatsächlich, Tankstelle und Ferrari waren verschwunden. An ihrer Stelle befand sich jetzt ein Haus im neugotisch-kanadischen Stil. Ohne Zweifel handelte es sich dabei um eine Kita.

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Neugotische Kita in Toronto.

Kindergeschrei zerfetzte die Luft. Ein Mann kam im Sauseschritt aus der Tür gerannt: mein Follower aus Part 1. In der Hand trug er noch die H-Milch-Tüte, die ich an der Theke der Tankstelle vergessen hatte.
“Mir träumet des bloß”, sagte er freundlich auf Schwäbisch.
“Du vielleicht”, dachte ich patzig, sagte aber lieber mal nichts.

Eine Frau in Bauerntracht trat aus ihrem Haus und entschuldigte sich für die riesige Puppenstube, die bei ihr im Fenster stand. Sie behauptete, sie hätte sie nur leihweise, quasi als Job.
“Ja, klar”, sagte Sabrina Setlur.

Wir befanden uns auf dem Marktplatz einer mittelaterlichen Stadt. Im Zentrum trug jemand einen gereimten Witz vor, in dem Jesus einem anderen Typen ständig hinten reinläuft (sie rannten immer im Kreis). Es folgten die Kommentare der beiden dazu, „Höhöhö“ und „Hehehe“ und so weiter. Das Ganze bezog sich auf eine weniger bekannte Passage der Bibel.

kindballon
Fusseln verfangen sich im Firmament.

Ein paar Meter weiter schlachtete David Bowie im Rahmen einer Kunstaktion Schweine auf einem Tapeziertisch und baute aus den Kadavern eine Scheune. Die alten, vergammelten stopfte er dabei in die frischeren, neueren. Jemand fragte ihn, ob er es nicht doof fände, dass alle nur zum Essen vorbeikämen, aber er sagte, nö, genau dafür hätte er es ja gemacht.

***

Ein Jäger aus Kurpfalz galoppierte über den Platz. Er schoss das Wild daher.
“Aber jetzt musste kieken, dass de die Kurve zu Part I noch kriegst”, riet mir mein Fan.
Wir standen im Inneren eines Gedärms. Schummrig fiel ein wenig rötliches Licht von außen durch die gut durchblutete Haut.
Alles hängt irgendwie mit allem zusammen“, raunte mir Uschy O. geheimnisvoll ins Ohr. Die gebürtige Münchnerin und Sexikone der Hippie-Generation wurde als Groupie der Band Amon Düül bekannt. Sie arbeitet heute als Schmuckdesignerin und lebt in der Nähe von Los Angeles.

THE END

aussicht ohne fleck
Zwei Briten bestaunen den Brexit.

PS: Ursulinskaja wünscht all ihren lieben Lesern ein gesundes und fröhliches neues Jahr!

 *Für die Spätgeborenen unter euch und alle, die nicht genug davon kriegen können, hier Kohls Neujahrsrede aus den Jahren 1985 und 1986.

 

 

Departed – now all the more!

Sodele. Better is never, punctual probably not. Here is the current New Year’s column from Ursulinskaja!

As a reminiscence of the recently deceased Helmut Kohl*, but also to the greatest possible spooling of our readers, it begins with a repeat of the column from last year. (As a special service for urgent readers I copied the last paragraph again under the link.)

A year ago

Show your reminders>

I looked around. No one else was in the store except me. My follower was gone too. With a heavy heart, I also left this place, which for a brief moment had brought two lives together and formed the vibrant center of this little story. I left the Ferrari for the sake of simplicity.

***

When I reached the other side of the street, the whole thing suddenly seemed strange to me. Unobtrusively, I turned around again: In fact, gas station and Ferrari had disappeared. In its place was now a house in the neo-Gothic-Canadian style. No doubt this was a kindergarten.

Childish scream shredded the air. A man came running out of the door in the lunge: my Follower from Part 1. In his hand he was still carrying the H-milk bag, which I had forgotten at the counter of the gas station.
“I just dream of it,” he said kindly in Swabian.
“Maybe you,” I thought lazily, but I did not say anything.

A woman in peasant dress stepped out of her house and apologized for the huge dollhouse that stood in her window. She claimed that she only had it on loan, almost as a job.
“Yeah, sure,” said Sabrina Setlur.

We were in the marketplace of a medieval city. At the center, someone performed a rhyming joke in which Jesus was constantly running into the back of another guy (they always ran in circles). It was followed by the comments of the two, “Höhöhö” and “Hehehe” and so on. The whole thing referred to a lesser-known passage in the Bible.

A few meters away, David Bowie slaughtered pigs on a wallpapering table as part of a performance and built a barn out of the cadavers. He stuffed the old, rotten ones with the fresh, new ones. Someone asked him if he did not think it was stupid that everyone was just passing by for dinner, but he said, no, that’s exactly what he would have done.

A hunter from Kurpfalz galloped across the square. He shot the game therefore.
“But now had to kieken that de the curve to Part 1 still get,” my fan advised me. We were inside a gut. Slightly reddish light fell from the outside through the well-blooded skin.
“Everything is connected with everything,” Uschy O whispered mysteriously.
The native of Munich and sex icon of the hippie generation was once known as groupie of the band Amon Düül. She now works as a jewelry designer and lives near Los Angeles.

THE END

PS: Ursulinskaja wishes all her dear readers a healthy and happy new year!

* For the late-born among you and those who can not get enough, here is Kohl’s New Year’s speech from 1985 and 1986.

E agora a tradução:

Parto – agora ainda mais!

Sodele. Melhor nunca é, pontualmente, provavelmente não. Aqui está a atual coluna de Ano Novo da Ursulinskaya!

Como uma reminiscência do recém-falecido Helmut Kohl *, mas, assim, para o melhor spool possível de nossos leitores, isso começa com uma repetição do ano passado. (Como um serviço especial para leitores urgentes, copie o último parágrafo novamente no link.)

Há um ano

Mostre seus lembretes>

Olhei em volta. Ninguém mais o que na loja exceto eu. O meu seguidor também se foi. Com um coração pesado, eu também deixei esse lugar, que por um breve momento se uniram e formou o centro vibrante desta pequena história. Saí da Ferrari por causa da simplicidade.

***

Quando cheguei ao outro lado da rua, tudo parecia estranho para mim. De forma discreta, voltei de novo: de fato, o posto de gasolina e Ferrari desapareceram. Em seu lugar agora, uma casa no estilo neo-gótico-canadense. Sem dúvida, isso era um jardim de infância.

Um grito infantil triturou o ar. Um homem veio correndo pela porta nos pulmões: meu seguidor da Parte 1. Na mão dele ainda estava carregando a bolsa de leite H, que eu tinha esquecido no balcão do posto de gasolina.

“Eu apenas sonho com isso”, ele disse gentilmente em suábio.

“Talvez você”, pensei com preguiça, mas não disse nada.

Uma mulher vestida de camponês saiu da casa e pediu desculpas pela enorme casa de bonecas que estava parada na janela. Ela afirmou que ela só tinha emprestado, quase como um trabalho.

“Sim, claro”, disse Sabrina Setlur.

Estávamos no mercado de uma cidade medieval. No centro, alguém executa uma piada de rima em que Jesus está constantemente correndo para trás de outro cara (eles sempre correram em círculos). Seguiram-se os comentários dos dois, “Höhöhö” e “Hehehe” e assim por diante. A coisa toda se referia a uma passagem menos conhecida na Bíblia.

A poucos metros de distância, David Bowie abatiu porcos em uma mesa de papel de parede como parte de um construído e barrado para fora dos cadáveres. Ei encheu os velhos, podres com os novos e novos. Alguém perguntou-lhe se ele não achava que era estúpido que todos passassem para o jantar, mas ele disse, não, é exatamente o que ele teria feito.

Um caçador de Kurpfalz galopou pela praça. Ele já atirou no jogo.

“Mas agora isso já tinha parado”, disse o meu fã. Estávamos dentro de um bom. Pele ligeiramente avermelhada do lado de fora através da pele bem sangrenta.

“Tudo está conectado com tudo”, disse Uschy O misteriosamente.

O nativo de Munique e o ícone sexual da geração hippie foram conhecidos como grupo da banda Amon Düül. Ela agora trabalha como designer de jóias e vive perto de Los Angeles.

O FINAL

PS: Ursulinskaja deseja a todos os leitores queridos um feliz e feliz ano novo!

* Para os recém-nascidos entre vocês e aqueles que não conseguem o suficiente, aqui está o discurso de Ano Novo Kohl de 1985 e 1986.

 

Và bây giờ bản dịch:

Departed – bây giờ càng nhiều!

Sodele. Tốt hơn là không bao giờ, đúng giờ có lẽ không. Đây là cột của năm mới hiện tại từ Ursulinskaya!

Là một sự hồi tưởng nhỏ của Helmut Kohl * gần đây đã qua đời, nhưng theo cách đó có thể làm cho người đọc của chúng tôi trở nên tốt hơn, nó bắt đầu bằng một sự lặp lại của năm ngoái. (Là một dịch vụ đặc biệt cho người đọc khẩn cấp tôi sao chép đoạn cuối cùng một lần nữa dưới liên kết.)

Một năm trước

Hiển thị lời nhắc của bạn>

Tôi nhìn quanh. Không ai khác trong cửa hàng ngoại trừ tôi. Người theo tôi đã mất quá. Với một trái tim nặng nề, tôi cũng rời khỏi nơi này, trong một khoảnh khắc ngắn ngủi đã đến với nhau và hình thành trung tâm sôi động của câu chuyện nhỏ này. Tôi để lại chiếc Ferrari vì đơn giản.

***

Khi tôi đến bên kia đường, toàn bộ điều dường như rất kỳ lạ đối với tôi. Không thuyết phục, tôi lại quay lại: Trên thực tế, trạm xăng và Ferrari đã biến mất. Tại chỗ của nó bây giờ là một ngôi nhà theo phong cách tân Gothic-Canada. Không nghi ngờ gì nữa đây là mẫu giáo.

Tiếng thét của trẻ con làm tan nát không khí. Một người đàn ông chạy ra khỏi cửa trong phổi: người theo tôi từ Phần 1. Trong tay anh ta vẫn mang theo túi sữa H, mà tôi đã quên tại quầy của trạm xăng.

“Tôi chỉ mơ về nó,” anh nói vui vẻ ở Swabian.

“Có lẽ anh,” tôi nghĩ lười biếng, nhưng tôi không nói gì.

Một phụ nữ mặc trang phục nông dân bước ra khỏi nhà cô và xin lỗi vì căn nhà búp bê khổng lồ đang đứng trong cửa sổ của cô. Cô ấy nói rằng cô ấy chỉ được cho mượn, gần như là một công việc.

“Phải, chắc,” Sabrina Setlur nói.

Chúng tôi ở trong thị trường của một thành phố thời trung cổ. Ở trung tâm, ai đó thực hiện một trò đùa bằng vần, trong đó Chúa Jêsus đang liên tục chạy vào phía sau của một người khác (họ luôn chạy trong vòng tròn). Tiếp đó là các ý kiến ​​của hai người, “Höhöhö” và “Hehehe” và như vậy. Toàn bộ điều đề cập đến một lối đi ít được biết đến hơn trong Kinh thánh.

Cách đó vài mét, David Bowie giết thịt lợn trên bàn như một phần của tòa nhà và chui ra khỏi những xác chết. Hey nhồi những thứ cũ, thối với những cái mới, mới. Có ai đó hỏi anh ta xem anh ta có nghĩ rằng thật ngu ngốc khi mọi người đi ngang qua bữa tối, nhưng anh ta nói, không, đó chính là điều anh ta đã làm.

Một thợ săn từ Kurpfalz nhảy ngang qua quảng trường. Anh ấy đã bắn các trò chơi do đó.

“Nhưng bây giờ đã dừng lại,” fan của tôi khuyên tôi. Chúng tôi đã ở trong một tốt. Đỏ ánh sáng màu đỏ hơi từ bên ngoài qua làn da có máu.

“Mọi thứ đều liên quan đến mọi thứ”, Uschy O nói một cách bí ẩn.

Người bản xứ Munich và biểu tượng tình dục của thế hệ hippie đã từng được biết đến như là một nhóm của ban nhạc Amon Düül. Bây giờ cô làm việc như một nhà thiết kế đồ trang sức và sống gần Los Angeles.

KẾT THÚC

PS: Ursulinskaja mong muốn tất cả độc giả thân mến một năm mới khỏe mạnh và hạnh phúc!

* Đối với những người quá cố trong số những bạn và những người không thể có đủ, đây là bài phát biểu của năm mới Kohl năm 1985 và 1986.

 

 

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