Der Gewinner unseres Preisausschreibens

ist, unsere Stammleser wissen es bereits, der Bonvivant, Dandy, Lebemann, Philosoph, Wohltäter, Fahrradaktivist, Bariton, Feng-Shui-Experte und Software-Entwickler Jona Christopher Sahnwaldt.
Und zwar nicht nur, weil er als Einziger mitgemacht hat. Nein, er hat sich auch zumindest bemüht, das Thema Armageddon oder Weltfrieden? im Auge zu behalten. Und dabei sind zwei sehr schöne Texte entstanden. Hier einer meiner Lieblingssätze vorweg:

Wir müssen wie das Wasser werden, wie die Berge, das weiche Wasser und die ewigen Berge, Leben ist Kreislauf.

Unsere herzlichen Glückwünsche gehen also jetzt, nachdem die Rechtsabteilung endlich grünes Licht gegeben hat, an Herrn Jona Christopher Sahnwaldt!
Und hier sind sie, die beiden Texte, trotz Nummerierung wertfrei hintereinandergestellt. Gemeinsam teilen sie sich die Preise eins, zwei und drei. (Das hat damit zu tun, dass ich Herrn Sahnwaldt das Duplo schon im Vorfeld versprochen hatte).

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Wo nimmt der Mann nur seine crazy Ideen her? Vielleicht hier, beim Blick aufs
Uno-Hauptquartier in New York? (Im Vordergrund eine verwelkte Ragundel.)

1

Die Fragen drehen sich um uns, wir drehen uns im Kreis. Lernen wir aus der Geschichte? Lernt die Geschichte aus unseren Fehlern, unseren Hoffnungen?

Die Sonne dreht sich um die Erde, der Himmel dreht sich mit der Sonne, die Meere steigen über die Küsten, die Berge wachsen in den Himmel. Wir können es noch schaffen, wir können unsere Leben in den Griff bekommen, wenn wir uns gemeinsam nach der Decke strecken, nach dem Himmel, nach dem Meer. Wir müssen wie das Wasser werden, wie die Berge, das weiche Wasser und die ewigen Berge, Leben ist Kreislauf.

Zu lange haben wir nach einem Ziel gesucht, dabei ist das Ziel in uns! In unseren Herzen, die das lebendige Blut durch unsere Körper pumpen, in unseren Kreisläufen. Wenn wir lernen, mit der Natur und in der Natur zu leben, in unserem Zuhause, dann können wir Frieden schaffen und Frieden finden. Dann können wir etwas schaffen, das es noch nicht gab.

Dann können wir kreativ sein. Malen wie F. K. Waechter oder Hieronymus Bosch. Singen wie Aleksey oder François Villon. Schreiben wie Ursulinskaja oder Bret Easton Ellis. Kreativität ist Wildheit, Kreativität ist Friede, Kreativität ist unser Zuhause, Kreativität ist bunt, Kreativität ist die Lösung.

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Und was würde Horst Köhler dazu sagen?

2

Armageddon und Weltfrieden gehen auf eine Reise. Mit der Eisenbahn fahren sie über die Berge zum Meer. Viele Stunden lang fährt der kleine Zug durch das Land, vorbei an Städten, Feldern und Wäldern. Weltfrieden schaut aus dem Fenster und freut sich, denn er sieht zahme und wilde Tiere auf den Feldern und in den Wäldern, große und kleine Häuser in den Städten und Dörfern, und Menschen in bunten Kleidern überall. Doch Armageddon will nicht aus dem Fenster schauen. Sie sagt: “Weltfrieden, mir ist langweilig! Erzähl mir eine Geschichte! Oder einen Witz!” Doch Weltfrieden mag nicht. Er sagt: “Nein, ich möchte jetzt keine Geschichte erzählen und auch keinen Witz, ich möchte mir die Welt anschauen, und die Tiere, die Häuser und die Menschen! Schau, dort in der Stadt steht eine Fabrik, und der Schornstein raucht! Und da steht eine Kirche, und die Glocken läuten!” Doch Armageddon will nichts davon sehen. Sie ärgert sich und wirft eine kleine Atombombe auf die Stadt. Das ärgert Weltfrieden. Er spricht nicht mehr mit ihr und schaut aus dem Fenster auf den braunen Fleck, der jetzt dort ist, wo vorher die Stadt war. Doch der Zug fährt weiter, und bald sieht Weltfrieden andere Städte, Dörfer und Menschen, und er freut sich wieder darüber, dass die Welt so schön und bunt ist.

Endlich kommt der Zug nach seiner langen Reise über die Berge in einer kleinen Stadt am Meer an. Armageddon und Weltfrieden treffen ihre Tante, die Geschichte der Menschheit, die zum Bahnhof gekommen ist, um sie abzuholen. Sie freut sich sehr, ihre Nichte und ihren Neffen wiederzusehen, und nimmt sie fest in die Arme. Sie gehen mit der Tante nach Hause und trinken heiße Schokolade. Die Geschichte der Menschheit fragt: “Habt ihr eine gute Reise gehabt?” Weltfrieden antwortet: “Ja, es war schön, aber Armageddon hat eine Atombombe auf eine Stadt geworfen, und dann war die Stadt ganz kaputt.” Das wundert die Tante nicht, denn sie weiß, dass ihre Nichte manchmal solche Sachen tut, wenn sie sich ärgert, aber sie fragt: “Ach, Armageddon, warum machst du denn das?” Armageddon sagt: “Weil mir langweilig war, und weil Weltfrieden so langweilig war, denn er hat immer nur gelächelt und aus dem Fenster geschaut auf die langweilige Welt.” Da lächelt die Tante und sagt: “Armageddon, das ist aber nicht nett. Denk doch mal an die vielen Menschen und Tiere in der Stadt, die jetzt tot oder strahlenkrank sind, und an die vielen schönen Häuser, die jetzt nicht mehr schön sind.” Und sie erzählt ihrer Nichte eine Geschichte von zwei Kindern, die auf eine Reise gehen: “Mit der Eisenbahn fahren sie über die Berge zum Meer…”

(…und wir sinken immer tiefer in die Unendlichkeit…)

(…und wir tauchen wieder auf…)

…und Armageddon sagt: “Ja, liebe Geschichte der Menschheit, jetzt habe ich es verstanden. Wenn mir langweilig ist, dann mache ich nicht mehr die Welt kaputt, sondern ich denke mir in meinem Kopf eine Geschichte darüber aus, wie die ganze Welt fast kaputt geht, aber nur fast, und dann ist mir nicht mehr langweilig, und am Ende kommt der Weltfrieden.”


Ihr seht: Mitmachen lohnt sich!
Und Schleimen schadet natürlich auch nichts.

Die Preise eins und zwei (Ursulinskaja-T-Shirts) befinden sich übrigens noch im Brainstorming, stehen aber schon kurz vor der Powerpoint-Präsentationsphase!!! Das Duplo dagegen kann noch heute in die Post gehen, ich bräuchte dafür nur noch eine gültige Adresse.

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Ich hoffe, ihr anderen, die nicht mitgemacht habt, seid nicht allzu traurig. Es bietet sich bestimmt mal wieder eine Gelegenheit, hier preismäßig abzusahnen. Irgendwo muss ich ja dann auch hin mit meinen 200 T-Shirts.

Bis dahin allet Jute!

Eure Ursulinskaja

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Take That

(Aus Ursulinskajas Tagebüchern, ca. 1996.)

Gary, Howard, Mark und Jason
Sind einmal Take That gewesen.

Jason, Gary, Howard, Mark
Fanden alle Mädchen stark.

Gary, Jason, Mark und Howard
Waren völlig ausgepowert.

Howard, Jason, Mark und Gary
Trennten sich, und darum plärr i.

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Siegerehrung (später)

“Ein bisschen ein Gschmäckle hat die Sache ja schon”, sagte Justitia Sönderlin*, Praktikantin in unserer Rechtsabteilung, heute Morgen bei unserer Skypekonferenz. (Die Rechtsabteilung von Ursulinskaja ist aus steuerrechtlichen Gründen in Liechtenstein angesiedelt. Wir telefonieren aber fast täglich.) Es ging – mal wieder – um das leidige Thema unseres Preisausschreibens und die Ermittlung eines rechtskräftigen Gewinners.
Seit zwei Wochen etwa sind wir jetzt dran an der Sache.
“Gschmäckle-Popäckle”, schleuderte ich ihr gewohnt businessmäßig entgegen.
“Was sagt das BGB? Das ist das Einzige, was mich momentan interessiert.”
“Die Gesetzeslage ist nicht eindeutig …”
“POBÄCKLE! POBÄCKLE! Du hast gerade POBÄCKLE gesagt!”, brüllte meine kleine Tochter derweil im Hintergrund. Der ganz normale Alltagswahnsinn eben, den die Doppelbelastung als Bloggerin und Mutter so mit sich bringt. Muss ich euch wahrscheinlich nicht erzählen.
“Und es scheint auch keinen Präzedenzfall zu geben …”

“… will heißen, keinen Fall, in dem der einzige Teilnehmer bei einem Preisausschreiben zuvor auf Facebook als Mitarbeiter für den Thinktank des den Preis ausschreibenden Unternehmens angeworben wurde?”
“Richtig”, sagte Justitia. “Meine Googlesuche jedenfalls ergab null Treffer zum Thema.”
“Und wie siehts auf Bing aus?”
“Negativ.”
“Justitia, Justitia.” Ich schüttelte dramatisch den Kopf. “Die Sache gefällt mir gar nicht.”
“Ich weiß, was du meinst**”, sagte die angehende Juristin mitfühlend. “Es ist wegen der Sache mit dem <großen Windelhersteller>, nicht wahr?”
“Papperlapapp!”, erwiderte ich verletzt.
Justitia spielte damit auf eine nicht allzu weit zurückliegende Erfahrung mit einem <großen Windelhersteller> an. Dieser war uns als Werbekunde kurzfristig abgesprungen. Begründung (ich zitiere):

“… scheint mir die Professionalität Ihres Blogs bei eingängiger Prüfung nicht dem zu entsprechen, das wir als <großer Windelhersteller> von unseren Kooperationspartnern gewohnt sind.”

Unprofessionell. Ein Urteil, das sich wie eine Angelrute in mein Herz gebohrt hatte und seither in mir steckte wie ein Widerhaken. Nie mehr, so hatte ich mir geschworen, sollte jemand dies mit Recht über mein kleines, aber feines Unternehmen sagen können. Daher die eilig aus dem Boden gestampfte Rechtsabteilung; daher der einheitliche Briefkopf, das erste eigene Handy – in Windeseile in einem Neuköllner Handyladen als Bausatz erstanden und noch auf dem Gehweg davor schnell zusammengefummelt. 

Würde eine vorschnelle Entscheidung über den Sieger unseres Preisausschreibens diese gerade erst wiedergewonnene Würde (zweimal Würde … egal) und Professionalität nicht erneut infrage stellen …?

Bleibt bitte dran, wenn es bald heißt: Die Siegerehrung – aber echt jetze!

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Ohne Titel.
*Justitia Sönderlin ist die Enkeltochter unserer Gastkolumnistin Erika “Earth” Schmitz-Sönderlin und die Großnichte der Dramatikerin Petra Zeterosch-Sönderlin.
**Wir bei Ursulinskaja sind durchweg per Du, durch alle Ebenen und Gehaltsstufen hindurch. Ist doch logisch.
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Nackt und heiß auf Mykonos

Im Film “Nackt und heiß auf Mykonos” (1979) zieht sich der junge Philosoph Pythagoras (Sascha Hehn) auf eine Insel in der Ägäis zurück, um sich dort noch intensiver als bisher der Mathematik zu widmen. In der Eingangsszene, der legendären Fahrt im schaukelnden Fischerboot (in Anlehnung an Ingmar Bergman komplett in Schwarz-Weiß gehalten), umspielen düstere Wolken die Stirn des Vorsokratikers.
Im Zentrum des Films steht die gedankliche Entwicklung des pythago-räischen Satzes von ersten Einfällen bis zur endgültigen Entwicklung des Geodreiecks. Die Bilder dafür sucht Regisseur Claus Tinney (“Heißes Pflaster Köln”, “Und mehrmals täglich quietschen die Matratzen”) sowohl in Hehns Mienenspiel als auch in der Reaktion eines kargen, in theaterähnlicher Kulisse gehaltenen Außen. Fiebrige Visionen von Symmetrie werden mit Szenen von exzessivem Mavrodaphne-Genuss in einer Taverne kontrastiert. Der Titel spielt bewusst mit den Erwartungen des Publikums, die er immer wieder unterläuft und in mäandernder Bewegung mit sich selbst konfrontiert.
(Katholischer Filmdienst)

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Übrigens ist die Einsendefrist für den Wettbewerb zum Thema Armageddon oder Weltfrieden? verlängert worden!!! Das wird sicher vor allem diejenigen unter euch freuen, die bisher noch nicht mitgemacht haben. Der Grund: Beim bisherigen Teilnehmer muss noch juristisch geklärt werden, ob es sich nicht um einen inoffiziellen Mitarbeiter von Ursulinskaja handelt. Zweitens stellt sich ja tatsächlich die Frage, ob Herr Sahnwaldt unbedingt zwei Ursulinskaja-T-Shirts braucht. Und drittens wäre ein wenig Vielfalt bei den Gewinnern durchaus wünschenswert, findet jedenfalls Eure

Ursulinskaja

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Armageddon oder Weltfrieden? (Bring misch nach Hause!)

Dies sollte eigentlich ein ganz gewöhnlicher Beitrag von Ursulinskaja werden. Nach längerem Abwägen habe ich jetzt allerdings beschlossen, ihn in einen ♥♥♥ ! Schreibwettbewerb ! ♥♥♥ umzuwandeln. Der Hintergrund: muss ich das nicht selber machen, und finde ich die Beantwortung der oben gestellten Frage schwierig.

Hier also das Thema/die zu erörternde Frage:
Armageddon oder Weltfrieden?”*
bzw.
Is this the Dawning of the Age of Aquarius?”

Formale Vorgaben gibt es keine. Es darf also “gemalt, geklebt, geschrieben, gefaltet und geschnitten werden. Und sogar ein Fettfleck soll hinein”**. Eine Sache gilt es allerdings zu beachten:

  • Der Beitrag sollte in jedem Fall optimistisch sein. Im Bezug auf die Fragen also: ganz klar “Weltfriede”, bzw. “Yes” als Antwort.
  • Ein paar Begründungen für diese optimistische Einschätzung wären nicht schlecht – hier ein paar Beispiele:
    – Donald Trump wird bestimmt bald selbst einsehen, dass er einen Sparren hat, und freiwillig abdanken. Dasselbe gilt für Putin, Assad, Erdogan, Orban, Kim Jong-un, Ulf Poschardt, Horst Seehofer, Harald Martenstein etc. Eines Tages fangen sie völlig unvermittelt plötzlich wie blöd an zu kichern und schütteln die Köpfe: Sag mal, wie bescheuert waren wir eigentlich die ganze Zeit? Ja gibts denn so was! Diese völlig überkommene Vorstellung von Männlichkeit, die wir da die ganze Zeit zelebriert haben! Ja, sooo ein Quatsch. Hihi! Ja lüg ich denn! Und diese ganze Gewaltscheiße, überhaupt, Hierarchien! Wo das doch so was von nicht mehr zeitgemäß ist … Usw. Usf.
    – Klimawandel wird irgendwie aufgehalten.
    – Bienen sterben doch nicht aus.
    – …
    – Und jetzt seid ihr dran!

Es gibt tolle Preise zu gewinnen!

1. Preis: ein Ursulinskaja-T-Shirt! (Ist noch in  der Konzeptionsphase.)
2. Preis: ein Ursulinskaja-T-Shirt mit Schnursi-Motiv!
3. Preis: ein Duplo. Nicht mehr verfügbar

freundschaft waechter
F F. K. Waechter: “Freundschaft zwischen Mensch und Tier”. Aus: “Wahrscheinlich guckt
F wieder kein Schwein”, 1978

Also, Leute, jetzt gehts um die Wurst! Strengt euch an! Es geht um nicht weniger als das Fortbestehen der Menschheit. Ich freue mich auf eure zahlreichen mutmachenden, farbenfrohen, anregenden, optimistischen, hoffnungsvollen, aufheiternden, froh stimmenden und nicht zuletzt argumentativ ausgebufften Beiträge – gepostet hier in den Kommentaren, per E-Mail an die unter Überursel genannte Adresse oder per Post in mein geheimes Postfach.

Love & Peace!

Eure Ursulinskaja

*Aleksey: “Millenium” (1999)
**F. K. Waechter: Opa Hucke’s Mitmachkabinett (1976)
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Meet The Think Tank Girls

“Laberst du eigentlich immer nur so vor dich hin, oder hast du auch irgendeinen Plan?” Das werde ich häufig von Lesern gefragt.
Meine Antwort löst meist einiges Erstaunen aus. Denn nicht nur verfügt Ursulinskaja über einen ausgereiften Masterplan – sie unterhält sogar ihre eigene Denkfabrik. Darf ich nun also vorstellen: die beiden fließigen Bienchen Ursi* und Ulla* von KÄPSELE SUPERIOR Inc.

Ursi, Ulla – um was geht es im Kern bei Ursulinskaja?

Ulla: Wir nehmen aktuelle und gesellschaftlich relevante Themen auf, um sie in einem ansprechenden Format leserfreundlich und mit maximalem qualitativem Anspruch aufzubereiten.TM

Das klingt nun noch ein wenig abstrakt. Können Sie ein paar Beispiele nennen?

Ulla: Nehmen Sie jetzt ganz aktuell die Finanzkrise, oder Britpop …

Ursi:  … den Teuro …

Ulla: … die Vorwahlen in den USA. Solche Sachen.

Ursi: Wir tunen uns also ein auf einen Trend, und von da geht es dann zwanzig, dreißig Jahre zurück.

Ulla: Oder wir sparen uns das mit dem Trend und springen gleich zurück.

Ursi: Ja, je nachdem. Das ist immer auch eine Zeitfrage.

Der Zeitdruck ist hoch, nehme ich an.

Ursi: Enorm hoch.

Ulla: Extrem hoch.

Ursi: “Der Cyberspace wartet nicht” – das ist einer von Ursulinskajas Leitsprüchen.

Gibt es darüber hinaus irgendeine alles verbindende Philosophie?

Ursi: Der Philosoph Ludwig Wittgenstein soll mal gesagt haben: “Die Welt ist alles, was der Fall ist”. Einer meiner absoluten Lieblingssprüche. Da steckt so viel drin für mich – akzeptieren, was da ist, loslassen, annehmen. Einfach mal so staunen und kucken.

Ulla: Fünfe grade sein lassen.

Sind das Werte, für die die Marke Ursulinskaja steht?

Ursi: Unbedingt. Ursulinskaja hat ja, bei aller Verbissenheit, auch was sehr Lockeres, Lustiges. Nicht so verkrampft, ist unsere Devise. Ich liebe zum Beispiel diese Sprüche, die in Büros oft an den Wänden hängen. “Je attraktiver die Kollegin, desto länger die Überstunden”, “Tass Kaff”. Solche Sachen.

Ulla: Essenziell ist, dass wir uns von den bloggenden Mitbewerbern im Cyberspace abheben. Der Kuchen ist klein, und nicht viele haben überhaupt Lust auf Kuchen. Manche mögen zum Beispiel viel lieber Eis.

Das heißt?

Ulla: Da muss man auch mal andere Geschütze auffahren. Zu dem Zweck arbeiten wir nach dem SODELETM-Prinzip: Schockieren, Ordentlich Druff, Emotions, Labern, Excellence.

Wie viel Freiheiten haben Sie bei der Suche nach Themen?

Ursi: Wir arbeiten nach den strengen Richtlinien, die Ursulinskaja uns vorgibt. Meistens läuft das so ab, dass sie über Teleprompter einen Begriff in den Raum wirft – “Liebe”, “Leidenschaft”, “Tod” -, und wir assoziieren dann frei dazu. Allerdings nach strengen Vorgaben.

Ulla: Ohne Disziplin geht leider gar nichts, das gilt auch fürs Brainstorming. Labern mit Qualität will gelernt sein und erfordert, dass die Schere schon im Kopf beginnt.

Ein Beispiel für etwas, das es nicht aus Ihrem Think Tank in den Blog geschafft hat?

Ursi: Mir fällt immer wieder das Wort “Arsch” ein, wenn ich frei assoziiere, weiß auch nicht, warum.

Ulla: “Blödmann”, “Kackwurst”, “Fickscheiß”, solche Sachen. Ursi hatte auch mal vorgeschlagen, was über Fahrräder zu machen. Das ging aber leider auch nicht.

Das stimmt.

Ulla: Ich koche außerdem unglaublich gern mit dem Römertopf und habe schon ein paar Mal versucht, Rezepte hier unterzubringen, vergebens.

Ursi: Ich würde ja auch total gern mal was über Martin Heidegger machen. Wahnsinn, was der Mann für Sätze raushaut. Im Sichrichten auf… und Erfassen geht das Dasein nicht etwa erst aus seiner Innensphäre hinaus, in die es zunächst verkapselt ist, sondern es ist seiner primären Seinsart nach immer schon bei einem begegnenden Seienden der je schon entdeckten Welt.” Reines Kopfkino, was da bei mir abgeht.

Ulla: Wir hatten außerdem die Idee zu einem Maskottchen, das Ursulinskaja zu Weltruhm verhelfen sollte: Schnursi, eine Art wandelndes Hakenkreuz, zur Abmilderung in Elsablau und Rosa und mit Augen aus Popkorn. Schnursi als Stofftier, auf Klamotten etc., das war unsere Vison. Es wäre abgegangen wie die Diddlmaus, Filypferdchen und die Mädels von “Frozen” zusammengenommen und hätte endlich mal ein paar Einnahmen eingespielt. Allein – manchmal habe ich den Verdacht, Ursulinskaja strebt im Grunde gar keinen kommerziellen Erfolg an.

schnursi 2

Entwurf für das Maskottchen “Schnursi”


Ursulinskaja als Arbeitgeberin – eine kurze Bewertung?

Ursi: Na ja.

Ulla: Atmosphärisch OK, würde ich sagen …

Ursi: … ja, das mit der Tischtennisplatte ist auf jeden Fall lieb gemeint.

Ulla: Die Kohle könnte allerdings besser sein.

Ursi: Die Kohle ist unter aller Sau.

*Dienstnamen
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Ich zitiere nur

Wegen anhaltender Wortfindungsschwierigkeiten: heute nur Zitate.

zeichi

Europa und die USA. Mancher Blick nach innen wie über den Atlantik trägt dieser Tage den Schimmer der Ernüchterung in sich. Manche kleine wie epochale Erschütterung führt mittlerweile zur Systemfrage. Und manche Tradition weicht der Nostalgie.1

When you walked into Neverland, you felt like you were in a very magical place. The house, amusement park, carnival rides, flowers, and the petting zoo … all were too astonishing to believe. The people who worked there where so accommodating and sweet, and the whole ranch had such good energy.2

Er stand auf, es war, als lebe er in zwei Ereignissen, von denen das eine weiterlief, das andere aber stillestand.3

Und man hatte einen Augenblick lang ein so sonderbar verkehrtes Gefühl, daß man wirklich nicht mehr recht wußte, ob sich dieses kleine, lebendige, schwarze Auge drehe oder ob sich die ungeheure Unbeweglichkeit der Berge rühre. Man wußte nicht mehr: vollzog sich an einem der Wille der Welt oder der dieser Maus, der aus einem winzigen, einsamen Auge leuchtete. Man wußte nicht mehr: war Kampf oder herrschte schon Ewigkeit.4

Als der Kommissar am Ende des Urlaubs nach Hause fährt, lenkt er den Wagen mit links. Den rechten Arm will er um seine Frau legen, doch es gelingt ihm nicht. Als er am ersten Arbeitstag in sein Büro kommt, ist ein großes Helau und Hallo wegen dem appen Arm, jeder will mal anfassen.
Zum Glück hat der Kommissar die Sache mit dem appen Arm nur geträumt. Als er am nächsten Tag ins Büro kommt, ist ein großes Hallo und Helau, jeder will die beiden Arme mal anfassen.5

But I also think that Phil Collins works better within the confines of the group than as a solo artist—and I stress the word artist. In fact it applies to all three of the guys, because Genesis is still the best, most exciting band to come out of England in the 1980s.6

Ich finde das zum Kotzen. Ich könnt vor Zorn zerplatzen.
Ich könnt vor Wut vergehen. Ich scheiß mir auf die Zehen.
Ich piss mir auf die Hacken. Ich muss vor Ärger kacken.
Ich bin total ergrimmt.
Pfurzkanone, Schweinebohne, Hühnerdreck und Scheiß am Speck,
grobkarierter Ziegenmist, dreimal kräftig draufgepisst, dudeldudeldu!7

Texas is the biggest state in the United States.1 Everything you see in Texas ist the biggest in the universe or in the world or in the nation or at least in the county or, at any rate, the biggest in the town. Texas is the nations biggest producer of spinach, millionaires and onions²;  it grows more tomatoes3; it produces more oil, folk songs4, cattle, carbon black, natural gas and tall tales then any other state.
(1Except Alaska.)
(2Except Idaho.)
(3Except Kansas.)
(4Except Tennessee.)8

It’s no wonder, then, that today reason often seems to fail us. As Mercier and Sperber write, “This is one of many cases in which the environment changed too quickly for natural selection to catch up.”9

Es ist DIE Überraschung der Woche: TV-Blondine Sophia Thomalla hat geheiratet … Warum die 26-Jährige es mit der Eheschließung plötzlich so eilig hatte, ist ihr heute selbst ein Rätsel.
“So richtig weiß ich das nicht mehr. Es waren bewegte Tage damals. Till und ich getrennt, mein Kopf platzte, mir wurde alles zu eng. Die Heirat ist aus einer Extremsituation heraus entstanden.”10

Japsend zeigt der Kommissar auf sich selbst und versucht zu begreifen, was passiert ist. Es ist Surrealismus. Doch der Kommissar macht jetzt das einzig Richtige, er wird absurd. Er verwandelt sich in ein geometrisches Dreieck, aus dem Raum macht er einen Kreis, dessen Schnittpunkte sich mit dem Dreieck treffen, er ist frei.11

Von Herzen Dank meinem großen Lehrer (…) Häberle für Unzähliges, das kein Vorwort angemessen abbilden könnte.12

1 Karl-Theodor zu Guttenberg: Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU (Dissertation, 2006)
2 Kris Jenner: Kris Jenner … And All Things Kardashian (2011)
3 Alexander Lernet-Holenia: Mars im Widder (1941)
4 Robert Musil: Die Maus. Aus: Nachlass zu Lebzeiten (1936)
5 Helge Schneider: Zieh dich aus du alte Hippe (1995)
6 Bret Easton Ellis: American Psycho (1991)
7 F. K. Waechter: Opa Hucke’s Mitmachkabinett (1976)
8 M. Sasek: This is Texas (1967)
9 The New Yorker: That’s what you think. Why reason and evidence won’t change our minds (Feb. 27, 2017)
10 InTouch Nr. 25 (2016)
11 Helge Schneider: Zieh dich aus du alte Hippe (1995)
12 Karl-Theodor zu Guttenberg: Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU (Dissertation, 2006)
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