Mein Beitrag zum Bachmannpreis 2017

Ich lese das erste Kapitel meines Romanes “Reggae, nein, nicht”. Um es etwas schwieriger zu machen, ist der Roman sowohl in der zweiten Person Plural als auch im Futur II verfasst.

1. Ihr

Ihr werdet durch das große, grün gestrichene Tor getreten sein und die feuchte Luft auf eurer fröstelnden Haut gespürt haben.
“Regen”, werdet ihr gesagt haben.
“Nein, nicht Regen”, werde ich geantwortet haben.
Oder ihr werdet zumindest glauben, dass ich das geantwortet haben werde. In Wirklichkeit werde ich etwas anderes gesagt haben. Eingeschnappt gewesen werdet ihr trotzdem sein.
“Sondern?”

Ihr werdet euren zarten Hals, markiert noch von der Bräune des Griechenlandurlaubs, tiefer in den Kragen eurer Lederjacke geschoben haben. Der Lederjacke, die ihr nur ein halbes Jahr zuvor in Paris gekauft haben werdet.
Paris, wo wir uns im letzten Herbst getroffen haben werden. Und wo wir uns doch nicht begegnet sein werden – wie ihr wenig später, bei einem Glas Rotwein auf den Champs-Élysées, bemerkt haben werdet.
“Ihr mögt Sprache”, werde ich damals, in  Paris, zu euch gesagt haben.
“Nein”, wird eure Antwort gewesen sein.Wir lieben Sprache.

Aber das wird jetzt, wo wir durch das grüne Tor getreten sein werden, schon ein halbes Jahr zurückgelegen sein.

Aber was ist Zeit?, werden wir uns beide gefragt haben und werden darüber gelacht haben, und geweint … Aber das wird früher gewesen sein, nämlich als wir am griechischen Strand gelegen haben werden: Mittelmeer. Die blauen Wellen und der weiße, warme Sand werden euch an etwas erinnert haben, das nicht zu greifen gewesen sein wird, weil es nah ist und fern zugleich, und das von euch doch beschrieben werden wollen gewesen sein wird … eine Farbe … eine Stimmung … Musik …

“Reggae”, werde ich versucht haben, euch weitergeholfen zu haben.
“Nein, nicht Reggae!”, wird eure Antwort gewesen sein, verletzt.

***

OK, Leute, das war erst der Anfang. Der Roman soll im Herbst erscheinen, wir wissen noch nicht genau, wo! Hinweise werden gerne entgegengenommen werden.

Love & Peace

Eure Ursulinskaja

oystercatcher schiffe
Nicht Griechenland. Nirgendwo.


Und hier nun die Lesung in Ton und Bild:

 

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Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen

Während der Regen draußen wie bescheuert gegen die Scheiben bollert – schnattaratäng, bumm, batsch! -, sitze ich hier an meinem Kachelofen und lasse mich von seiner Gemütlichkeit durchdringen.
Die Wäsche ist geplättelt und gestärkt. Tausend kleine Apfelschnitze sind zum Trocknen auf der Leine aufgefädelt. Der Boden ist gewachst und gebohnert, das Flachs ist gesponnen, das Bier gebraut. Der Braten räkelt sich wohlig im Römertopf. Einziger Laut in der fast schon beklemmenden Stille: der Nachhall des zum Schweigen verdonnerten Staubsaugers.
Aber jetzt ist Ofenzeit. Ofenzeit = Seelenzeit.

CCI20170629 Ursulinskaja schmökert in ihrer “Bibel”, Heiß auf Kaltakquise von Tim Taxis.*
Foto: Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen, Ottmar Strebel (Hrsg.). Stuttgart, 1978. Seite 222.

Heute will ich mir einmal den neuen Ratgeber von Orsolya Blogganowa zur Brust nehmen, “Blogmanagement: Strategien Impulse Lösungen”. Mein erster Eindruck: Das Buch ist optisch ansprechend gestaltet. Tortengrafiken folgen auf dicker hervorgehobene Zwischenunterschriften, immer wieder aufgelockert durch weitere Grafiken. Die Lektüre ist von kompetenter Hand leserfreundlich aufbereitet und macht Lust auf mehr. Allerdings verheddern sich meine Gedanken zunehmend in den gutgemeinten Ratschlägen, und nach einigen Seiten muss ich das Buch erschöpft zur Seite legen.
Zur Entspannung lese ich “Wie Rudolf Steiner einmal einen Stein an den Kopf bekam” von Heike Freigeist (“Das Blut der Elfe” u. a.), einen Thriller aus dem anthroposophischen Milieu.

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Family Time = Quality Time. Von links nach rechts: Anja, Tanja, Christine, Christiane.  Nicht im Bild: Margit, Margot, Rolf, Ralf, Bernd, Bert und die Zwillinge.
Foto: Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen, Ottmar Strebel (Hrsg.). Stuttgart, 1978. Seite 127.

Eigentlich habe ich aber gar keine Zeit zum Lesen. Schon seit Wochen wartet mein “Twin Peaks”-Fantrailer auf seine Fertigstellung. Aus technischen Gründen verzögert sich die Produktion leider immer wieder.
Inzwischen soll die neue Staffel der Serie schon angelaufen sein. Das war zwar nicht so ausgemacht, aber was soll’s – schmollen hilft jetzt auch nicht weiter. Wir werden sehen, ob es trotzdem ein paar inhaltliche Überschneidungen gibt. Wegen Spoilergefahr werde ich mir vor Fertigstellung des Videos aber natürlich keine der aktuellen Folgen anschauen!

Und hier noch ein paar weitere Impressionen eines besonderen Tages:

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Hier blättere ich entspannt im Kinsey-Report.
Foto: Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen, Ottmar Strebel (Hrsg.). Stuttgart, 1978. Seite 84.
CCI20170629_0005Die gesponnene Wolle muss schnell verstrickt werden, bevor unser “Schlumpfi” ein Internet daraus webt.
Foto: Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen, Ottmar Strebel (Hrsg.). Stuttgart, 1978. Seite 179.
Gunter schmollt.
Gunther ist eingeschnappt.
Foto: Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen, Ottmar Strebel (Hrsg.). Stuttgart, 1978. Seite 186.
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Nach nächtelangem Versuch, Stroh zu Gold zu spinnen: eine flüchtige Vision – halb Märchen, halb Hirngespinst, halb nackter Wahnsinn. Rudi schaut betreten zur Seite.
Foto: Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen, Ottmar Strebel (Hrsg.). Stuttgart, 1978. Seite 149.
CCI20170629_0002Aber jetzt genug gelesen, gehäkelt, gestrickt. Freizeit von der Freizeit. LIKE!
Foto: Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen, Ottmar Strebel (Hrsg.). Stuttgart, 1978. Seite 152.

Die außergewöhnliche und vielschichtige Erfahrung eines solchen Tages wäre sicher nicht möglich gewesen ohne das Buch “Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen”, das ich euch allen ans Herz legen möchte und das meines Erachtens in keinem Stylo-Haushalt fehlen sollte.

Dieser Text ist übrigens Teil der Reihe “Bastel-, Wohn- und Einrichtungsbücher der 1970er Jahre – durch die Cyberbrille gesehen und neu interpretiert im Zeitalter von Biotechnologie und künstlicher Intelligenz”. Ob das als urheberrechtliche Absicherung ausreicht, falls Ursulinskaja mal tatsächlich online gehen sollte, bleibt abzuwarten.

Ich wünsche Euch ein behagliches Wochenende!

Eure Ursulinskaja

CCI20170630_0002 30 6Behaglichkeit durch offene Kamine und Kachelöfen, Ottmar Strebel (Hrsg.). Stuttgart, 1978. Titelbild.
*Tim Taxis: Heiß auf Kaltakquise. Freiburg 2007.

 

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Weberknechte weben das World Wide Web

Dieser Text ist suchmaschinenoptimiert. Die Frage, ob Weberknechte für das Internet verantwortlich sind, rangierte 2016 unter den Top 30 der beliebtesten Suchanfragen auf Google. “Weben Weberknechte das Internet?”, “Weben Weberknechte das Web?” und “Weben Weberknechte das WWW?” teilten sich dabei die Plätze 26, 27 und 28. Das ist nicht weiter verwunderlich. Dass Weberknechte etwas mit dem Cyberspace zu tun haben, drängt sich ja geradezu auf.

Trotzdem ist es natürlich Schwachsinn. Der Grund liegt auf der Hand: Weberknechte haben, im Gegensatz zu anderen Spinnen, keine Spinndrüsen und sind damit gar nicht in der Lage, Netze zu spinnen.

weberknechte_quadrat

Weberknechte haben, anders als andere Spinnentiere, richtige Geschlechtsorgane (hier nicht
im Bild). Aus: Spiders and their kin. A Golden Nature Guide, 1968, S. 133.

Wer steckt also in Wirklichkeit hinter dem Internet? Eine Frage, der es sich nachzugehen lohnt.

Afrika

Eine heiße Spur führt uns nach Afrika. Dort gibt es bekanntlich die uralte Weisheit: “Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen.” Hängt auf der ganzen Welt in Kalendern herum und inspiriert. Inspiriert, inspiriert, inspiriert. Bis der Spruch vielleicht irgendwann auf jemand stößt, der über das gewöhnliche Maß hinaus inspiriert wird und sich denkt: Warum kleckern, wenn ich auch klotzen kann? Warum nur ein ganz normales Dorf nehmen, wenn ich auch ein globales haben kann? Für die Erziehung meines Kindes ist mir das Beste schließlich gerade gut genug. – Und versteht es als Aufforderung, an einem Netz zu tüfteln, das die ganze Welt miteinander verbindet und schließlich auf die Größe eines Dorfes zusammenschrumpfen lässt. Resultat: das Internet.

Friedensnetz

Eine andere Theorie besagt, dass das “Netz” in der evangelischen Kirche der siebziger Jahre entstanden ist. In einem damals sehr angesagten Kirchenlied hieß es:
“Wir knüpfen aufeinander zu, wir knüpfen aneinander an, wir knüpfen miteinander, Shalom, ein Friedensnetz.”* Eine Idee, die sicherlich gut gemeint war, die aber, wie wir heute wissen, nicht nur harmlose Folgen hatte. So hat das World Wide Web neben vielem Guten und Nützlichen auch Dinge wie Chatroulette, Mamablogs, Cyberkriminalität, Korrektorenforen, Fake News und Donald Trump hervorgebracht.

Aber eben auch Ursulinskaja.

So hält sich alles die Waage und gleicht sich irgendwie wieder aus – Yin und Yang, Tag und Nacht, Kätzchen und Weberknecht -, und nur durch die Überwindung des Dualismus werden wir schließlich zu innerer Zufriedenheit gelangen.

Weberknechte

Zurück zu den Weberknechten. Wusstet ihr, dass diese possierlichen Tierchen vielerorts auch Schneider genannt werden? Weberknechte, die fliegen und an Mauern entlanghüpfen – also Schneider -, sind aber eigentlich gar keine Spinnen und haben deshalb auch nur sechs Beine. Man muss sich vor ihnen also nicht fürchten.
Dieselben Tiere werden in anderen Regionen übrigens auch Schnaken genannt. Dabei sind Schnaken eigentlich kleinere Insekten, die Menschenblut saugen und die in Norddeutschland verharmlosend Mücken genannt werden. Mücken dagegen sind einfach nur kleine Fliegen, die niemandem etwas zuleide tun. Und Fliegen …?

Bei näherer Betrachtung löst der Weberknecht so ein ganzes “Web” an Bezügen und Querverbindungen aus. Das Nachdenken darüber stiftet heillose Verwirrung in unseren Köpfen, wir verheddern uns darin wie in einem “Netz”. Zufall?
Und was ist eigentlich aus der Duisburger Weberknechtplage aus dem Jahr 2011 geworden? Man hört gar nichts mehr. Plötzlich alles wieder in Butter im Ruhrpott, oder was? War da irgendwas? Weberknechtplage? Nie gehört von …
HA! Dass ich nicht lache!

Ihr seht, eine gewisse Verunsicherung bleibt. Die eingangs gestellte Frage muss daher am Ende unbeantwortet bleiben.

Eure Ursulinskaja

PS: Checkt das aus, Arachno-Freaks: Hier gibt es einen neuen Zwillingsreim mit Weberknechtbezug.

Und hier noch einmal die Kurzfassung in Reimform:

Weberknechte – sag bloß, des wusstet ihr net?-,
Weberknechte weben das Internet.

Weberknechte, aber jetzt wisset er des,
Weberknechte weben den Cyberspace.

Weberknechte, des weiß jeder Depp,
Weberknechte weben das World Wide Web.

Weberknechte haben auch Rechte.
Weberknechte – es gibt falsche und echte.

* Peter Janssens, 1975: “Friedensnetz”.
Weitere inspirierende Kirchensongs findet ihr übrigens hier.
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Akquise sucks

Friedrich Hegel soll einmal gesagt haben: “Akquise ist wie Darmspiegelung. Erst trinkt man Liter um Liter des abscheulichsten Gethränkes. Hernach bekommt man zum Lohne eine Darmspiegelung verpasst.”
Den Worten des schwäbischen Philosophen ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht Folgendes: Die Darmspiegelung erfolgt heutzutage meist unter Narkose. Arbeit hingegen merkt man.

So weit also mein (im Übrigen schon hinreichend bekannter) Standpunkt zum Thema Lohnarbeit. Aber was nun?

Achtung, Shareholder: Hier bitte nicht weiterlesen.
(Triggerwarnung!)

Mein Blog vezeichnet zwar an manchen Tagen prozentuale Zuwächse im dreistelligen Prozentbereich, wenn wir ganz nahe an den Chart heranzoomen. Das hat aber auch ein wenig mit den absoluten Zahlen zu tun. Und diese sehen, wenn wir ganz ehrlich sind, nicht ganz so rosig aus.

Und selbst, wenn sie es thäten. Who carte? Who würde mir dafür Geld überweisen? Wer würbe hier, und wenn, dann wofür? Für die “Phänomenologie des Geistes” in der geheimen Ausgabe von 1815? Für Lavalamps? Griechische Restaurantservietten? Diddlmausfallen? Palindromatenaufsteller? Stinkwurzbrühwürfel?
Muss ich noch exzentrischer werden? Muss ich erst total ausrasten und hier irgendwas ganz Gemeines schreiben, zum Beispiel über die blöden Bastelelfen vom Bastelforum, die meinen Link zur Bastelseite von Uschy gelöscht haben? Aber bringt ja eh nix, sie können es ja nun nicht mehr lesen.

Also doch der herkömmliche Weg: ARSCHQUISE.
Irgendeine Scheißarbeit suchen und dann scheißkack … (Rest leider unleserlich.)

Der letzte Absatz wird später nochmal überarbeitet, versprochen! Den hat mir Tourette-Ursi vom Think Tank KÄPSELE SUPERIOR Inc. gerade auf die Schnelle noch so eingereicht, und ich muss jetzt aber leider sofort los!

Tschüssi!

Eure Ursulinskaja

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Süßes Waschbärenbild

PS: Ursi weigert sich, den Absatz neu zu überarbeiten. Leider habe ich kein Druckmittel gegen sie in der Hand, da sie zurzeit unentgeltlich für mich arbeitet.

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Ostern mit Uschy

Hallöchen-popöchen, ich bin wieder da!
Die Kinder, die rufen: Juchhee! und: Juchhaa!
Denn jeder, der Herz hat, der liebt Basteleyn,
Weil sie uns von Sorgen und Nöten befreyn.

küken

Foto: Toni Schneiders. Aus: “Stofftiere zum Spielen, Sitzen und Kuscheln”
von Erna Rath. Christophorus-Verlag Freiburg, 1973, S.28.

So, ihr Lieben, schmeißt schon mal eure 3-D-Drucker an, wir haben leider nicht viel Zeit heute (Ostern!!!). Zur Herstellung dieser süßen Küken braucht ihr

3 Eier
1 Hammer
1 Huhn wie abgebildet.

Die frischen, noch nicht gekochten oder ausgeblasenen Eier nehmen wir aus dem Kühlschrank. Wir platzieren sie sanft vor uns auf dem Tisch. Dabei summen wir ein kleines Lied, oder besser noch, ein kleines Zaubergedicht vor uns hin:

Die Küken, die Küken, die wolln uns entzücken,
Die wollen in andere Sphärn uns entrücken.
Sie piepsen, sie pupsen, sie zwitschern und schreyn
Mit Stimmen, so lieblich, als wärn es Schalmeyn.*

Dabei klopfen wir mit dem Hammer den Takt auf dem Tisch. Ein Geschirrtuch dient uns als Unterlage.

Dann stellen wir den Küchenwecker auf 90 Minuten.

Wir setzen uns mit dem Rücken zum Tisch auf einen harten, möglichst unbequemen Stuhl und erlauben unseren Gedanken, ziellos durch den Raum zu schweifen: Mindfulness. Mehr können wir im Augenblick nicht tun. Wir haben unseren Beitrag geleistet, um alles andere kümmert sich Mutter Natur. Wir lauschen dem Ticken der Uhr, etwas knackt im Hintergrund … ein knackiger Hintern vielleicht …? Die Eier können es jedenfalls nicht sein, dafür ist es noch zu früh.
Wir arbeiten derweil an einem Palindrom.

I, SUSANNE, TÖTEN HÄHNE KÜKEN? – HÄHNE TÖTEN? NA, SUSI …

Ringelingeling!!!!!
Der Wecker reißt uns aus unseren traurigen Gedanken. Schluss mit der Palindromarbeit! Vorsichtig drehen wir uns um – und …

ursel1

Uschy von der Basteleyen, mit ihrem Vogel im Reich der Fantasy.

… wie Sie sehen, sehen Sie: nichts! Haha, ausgetrickst!
Ist ja auch klar! Wie sollte das denn funktionieren?!

Aber jetzt kommt unser 3-D-Drucker ins Spiel:
Schnell das oben abgebildete Huhn ausdrucken. Auf die Eier setzen. Die Zimmertemperatur erhöhen. Ein weiteres Stündchen warten oder zwei. Jetzt sollte es klappen! Wenn nicht, schreibt mir bitte eine E-Mail, ich schicke euch dann die analoge Bastelanleitung, ist aber ziemlich kompliziert!
Jetzt muss ich leider ganz schnell los. Tschü mit ü und Happy Easteregg! HAHAHAHA! ROLF!!!

Eure Uschy

001 (2) (Large)

Titelbild: “Stofftiere zum Spielen, Sitzen und Kuscheln” von Erna Rath.
Christophorus-Verlag Freiburg, 1973.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe “Bastelbücher der 1970er Jahre – durch die Cyberbrille gesehen und neu interpretiert im Zeitalter von Biotechnologie und künstlicher Intelligenz”. Eine weitere Kolumne aus der Serie findet ihr hier.

*Auf die Melodie von “Im Märzen der Bauer” zu singen.
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Der Gewinner unseres Preisausschreibens

ist, unsere Stammleser wissen es bereits, der Bonvivant, Dandy, Lebemann, Philosoph, Wohltäter, Fahrradaktivist, Bariton, Feng-Shui-Experte und Software-Entwickler Jona Christopher Sahnwaldt.
Und zwar nicht nur, weil er als Einziger mitgemacht hat. Nein, er hat sich auch zumindest bemüht, das Thema Armageddon oder Weltfrieden? im Auge zu behalten. Und dabei sind zwei sehr schöne Texte entstanden. Hier einer meiner Lieblingssätze vorweg:

Wir müssen wie das Wasser werden, wie die Berge, das weiche Wasser und die ewigen Berge, Leben ist Kreislauf.

Unsere herzlichen Glückwünsche gehen also jetzt, nachdem die Rechtsabteilung endlich grünes Licht gegeben hat, an Herrn Jona Christopher Sahnwaldt!
Und hier sind sie, die beiden Texte, trotz Nummerierung wertfrei hintereinandergestellt. Gemeinsam teilen sie sich die Preise eins, zwei und drei. (Das hat damit zu tun, dass ich Herrn Sahnwaldt das Duplo schon im Vorfeld versprochen hatte).

jona uno_quadrat
Wo nimmt der Mann nur seine crazy Ideen her? Vielleicht hier, beim Blick aufs
Uno-Hauptquartier in New York? (Im Vordergrund eine verwelkte Ragundel.)

1

Die Fragen drehen sich um uns, wir drehen uns im Kreis. Lernen wir aus der Geschichte? Lernt die Geschichte aus unseren Fehlern, unseren Hoffnungen?

Die Sonne dreht sich um die Erde, der Himmel dreht sich mit der Sonne, die Meere steigen über die Küsten, die Berge wachsen in den Himmel. Wir können es noch schaffen, wir können unsere Leben in den Griff bekommen, wenn wir uns gemeinsam nach der Decke strecken, nach dem Himmel, nach dem Meer. Wir müssen wie das Wasser werden, wie die Berge, das weiche Wasser und die ewigen Berge, Leben ist Kreislauf.

Zu lange haben wir nach einem Ziel gesucht, dabei ist das Ziel in uns! In unseren Herzen, die das lebendige Blut durch unsere Körper pumpen, in unseren Kreisläufen. Wenn wir lernen, mit der Natur und in der Natur zu leben, in unserem Zuhause, dann können wir Frieden schaffen und Frieden finden. Dann können wir etwas schaffen, das es noch nicht gab.

Dann können wir kreativ sein. Malen wie F. K. Waechter oder Hieronymus Bosch. Singen wie Aleksey oder François Villon. Schreiben wie Ursulinskaja oder Bret Easton Ellis. Kreativität ist Wildheit, Kreativität ist Friede, Kreativität ist unser Zuhause, Kreativität ist bunt, Kreativität ist die Lösung.

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Und was würde Horst Köhler dazu sagen?

2

Armageddon und Weltfrieden gehen auf eine Reise. Mit der Eisenbahn fahren sie über die Berge zum Meer. Viele Stunden lang fährt der kleine Zug durch das Land, vorbei an Städten, Feldern und Wäldern. Weltfrieden schaut aus dem Fenster und freut sich, denn er sieht zahme und wilde Tiere auf den Feldern und in den Wäldern, große und kleine Häuser in den Städten und Dörfern, und Menschen in bunten Kleidern überall. Doch Armageddon will nicht aus dem Fenster schauen. Sie sagt: “Weltfrieden, mir ist langweilig! Erzähl mir eine Geschichte! Oder einen Witz!” Doch Weltfrieden mag nicht. Er sagt: “Nein, ich möchte jetzt keine Geschichte erzählen und auch keinen Witz, ich möchte mir die Welt anschauen, und die Tiere, die Häuser und die Menschen! Schau, dort in der Stadt steht eine Fabrik, und der Schornstein raucht! Und da steht eine Kirche, und die Glocken läuten!” Doch Armageddon will nichts davon sehen. Sie ärgert sich und wirft eine kleine Atombombe auf die Stadt. Das ärgert Weltfrieden. Er spricht nicht mehr mit ihr und schaut aus dem Fenster auf den braunen Fleck, der jetzt dort ist, wo vorher die Stadt war. Doch der Zug fährt weiter, und bald sieht Weltfrieden andere Städte, Dörfer und Menschen, und er freut sich wieder darüber, dass die Welt so schön und bunt ist.

Endlich kommt der Zug nach seiner langen Reise über die Berge in einer kleinen Stadt am Meer an. Armageddon und Weltfrieden treffen ihre Tante, die Geschichte der Menschheit, die zum Bahnhof gekommen ist, um sie abzuholen. Sie freut sich sehr, ihre Nichte und ihren Neffen wiederzusehen, und nimmt sie fest in die Arme. Sie gehen mit der Tante nach Hause und trinken heiße Schokolade. Die Geschichte der Menschheit fragt: “Habt ihr eine gute Reise gehabt?” Weltfrieden antwortet: “Ja, es war schön, aber Armageddon hat eine Atombombe auf eine Stadt geworfen, und dann war die Stadt ganz kaputt.” Das wundert die Tante nicht, denn sie weiß, dass ihre Nichte manchmal solche Sachen tut, wenn sie sich ärgert, aber sie fragt: “Ach, Armageddon, warum machst du denn das?” Armageddon sagt: “Weil mir langweilig war, und weil Weltfrieden so langweilig war, denn er hat immer nur gelächelt und aus dem Fenster geschaut auf die langweilige Welt.” Da lächelt die Tante und sagt: “Armageddon, das ist aber nicht nett. Denk doch mal an die vielen Menschen und Tiere in der Stadt, die jetzt tot oder strahlenkrank sind, und an die vielen schönen Häuser, die jetzt nicht mehr schön sind.” Und sie erzählt ihrer Nichte eine Geschichte von zwei Kindern, die auf eine Reise gehen: “Mit der Eisenbahn fahren sie über die Berge zum Meer…”

(…und wir sinken immer tiefer in die Unendlichkeit…)

(…und wir tauchen wieder auf…)

…und Armageddon sagt: “Ja, liebe Geschichte der Menschheit, jetzt habe ich es verstanden. Wenn mir langweilig ist, dann mache ich nicht mehr die Welt kaputt, sondern ich denke mir in meinem Kopf eine Geschichte darüber aus, wie die ganze Welt fast kaputt geht, aber nur fast, und dann ist mir nicht mehr langweilig, und am Ende kommt der Weltfrieden.”


Ihr seht: Mitmachen lohnt sich!
Und Schleimen schadet natürlich auch nichts.

Die Preise eins und zwei (Ursulinskaja-T-Shirts) befinden sich übrigens noch im Brainstorming, stehen aber schon kurz vor der Powerpoint-Präsentationsphase!!! Das Duplo dagegen kann noch heute in die Post gehen, ich bräuchte dafür nur noch eine gültige Adresse.

duplo_yeah

Ich hoffe, ihr anderen, die nicht mitgemacht habt, seid nicht allzu traurig. Es bietet sich bestimmt mal wieder eine Gelegenheit, hier preismäßig abzusahnen. Irgendwo muss ich ja dann auch hin mit meinen 200 T-Shirts.

Bis dahin allet Jute!

Eure Ursulinskaja

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Take That

(Aus Ursulinskajas Tagebüchern, ca. 1996.)

Gary, Howard, Mark und Jason
Sind einmal Take That gewesen.

Jason, Gary, Howard, Mark
Fanden alle Mädchen stark.

Gary, Jason, Mark und Howard
Waren völlig ausgepowert.

Howard, Jason, Mark und Gary
Trennten sich, und darum plärr i.

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